Netflix, Amazon und Co sollen in Deutschland investieren
Verpflichtende Investitionen der grossen Streamingdienste wie Netflix, Amazon oder Disney+ und eine aufgestockte staatliche Förderung sollen die Filmproduktion in Deutschland wieder in Schwung bringen.

Das Kabinett der Regierung von Christ- und Sozialdemokraten hat einen entsprechenden Gesetzentwurf von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer beschlossen. Die Vorlage geht jetzt in das Parlament. Sie soll Anfang 2027 greifen.
Hintergrund ist eine jahrelange Flaute der deutschen Filmbranche. In grossen Studios wie etwa in Babelsberg bei Berlin oder bei der Bavaria fehlten Aufträge, grosse Filme und Serien wurden anderswo gedreht – zum Beispiel der Netflix-Film «Im Westen nichts Neues» in Tschechien. Einige europäische Länder lockten mit attraktiven Konditionen und Steuervorteilen.
Weimer hofft nun auf einen Boom und neue deutsche Blockbuster. «Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss zünden wir für den deutschen Film eine neue Stufe im internationalen Standortwettbewerb», erklärte der konservative Staatsminister für Kultur und Medien. «Nun ist es an der Branche, diese Chance zu nutzen, um Filmhits «made in Germany» in Serie zu produzieren.«
Eckpunkte für eine Investitionspflicht für Streamingkonzerne und TV-Sender hatte die Koalition unter Kanzler Friedrich Merz schon im Februar vereinbart. Weimers Entwurf greift das auf. Demnach sollen die Dienste und Sender mindestens acht Prozent ihres Jahresumsatzes mit Abos und Werbung in den Filmstandort Deutschland stecken. Das könnte sich auf Hunderte Millionen Euro summieren.
Die Mindestinvestitionsquote gilt aber nicht nur für die internationalen Konzerne, sondern auch für Fernsehsender wie RTL, ProSieben/Sat1 und auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Als Bemessungsgrundlage für sie sollen die Programmkosten für das nicht-lineare Angebot gelten.
Daneben seien Anreize für weitergehende freiwillige Selbstverpflichtungen vorgesehen, erklärte Weimer. «Ab einer Investitionsquote von 12 Prozent oder mehr ist es den Medienunternehmen erlaubt, von bestimmten Detailvorgaben des Gesetzes abzuweichen.» Sogenannte Subquoten soll es für deutschsprachige Inhalte, unabhängige Produzenten und die Herstellung neuer Werke geben. Zudem geht es um Vorgaben für eine Rechteteilung mit unabhängigen Produzenten.
Von staatlicher Seite stehen laut Weimer ab sofort die im vergangenen Jahr auf 250 Millionen Euro (rund 228 Millionen Franken) verdoppelten Mittel zur Filmförderung des Bundes zur Verfügung. Weimer spricht von einem «Filmbooster». Mit diesem und anderen Fördertöpfen stelle der Bund mehr als 300 Millionen Euro für Filmproduktionen bereit. Hinzu kämen Fördermittel der Länder. Das sei mehr als je zuvor, sagte der Kulturstaatsminister.














