Nach Polizeieinsätzen: Deutsche Freibäder verschärfen ihre Regeln
Nach mehreren Zwischenfällen und Polizeieinsätzen verschärfen deutsche Freibäder nahe der französischen Grenze ihre Sicherheitsregeln.

Das Wichtigste in Kürze
- In deutschen Freibädern kam es wiederholt zu Polizeieinsätzen.
- Teilweise gelten Ausweispflicht, Taschenkontrollen und Hausverbote.
Mehrere Badis im deutschen Bundesland Baden-Württemberg haben ihre Sicherheitsregeln verschärft. Zuvor war es wiederholt zu Polizeieinsätzen und Konflikten mit Badegästen gekommen.
Betroffen sind unter anderem die Freibäder in Kehl und Müllheim nahe der französischen Grenze. An einem Grossteil der Vorfälle waren laut Polizei Jugendliche und junge Erwachsene aus dem benachbarten Elsass beteiligt.

Die Behörden betonen allerdings, dass sich die grosse Mehrheit der französischen Badegäste korrekt verhalte.
Polizei räumt ganzes Freibad
Besonders heftig eskalierte die Situation am 28. Juni im Freibad Auenheim bei Kehl. Die Polizei rückte mit mehreren Patrouillen an und räumte das gesamte Bad.
Die Polizei berichtete von 50 bis 60 Männern aus Frankreich. Diese hätten wiederholt versucht, über den Aussenzaun zu klettern und ohne Eintritt ins Freibad zu gelangen.
Dabei sei es zu verbalen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitsdienst gekommen. Zudem sollen Mitglieder der Gruppe Abfalleimer ausgeleert und Anweisungen ignoriert haben.
Als die Polizei das Gelände räumte, hatten die ursprünglichen Störenfriede das Bad bereits unerkannt verlassen.
Besucherzahl wird reduziert
Kehl hat nun mehrere Massnahmen beschlossen. Gleichzeitig dürfen nur noch 1400 statt bisher 1600 Menschen ins Freibad.
Zusätzliche Sicherheitskräfte kontrollieren bereits beim Eingang, ob die Gäste ein gültiges Ticket besitzen.

Beim Kauf einer Tageskarte müssen Besucherinnen und Besucher ihre Personalien angeben. Ausgenommen von Saisonkarten müssen sie zudem einen amtlichen Lichtbildausweis mitführen.
Die Kontrollen erfolgen stichprobenartig. Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert ein Badeverbot bis zum Saisonende.
Zwölf Polizeieinsätze in Müllheim
Auch im Freibad von Müllheim musste die Polizei in dieser Saison bereits rund zwölfmal anrücken. Dabei ging es vor allem um Ordnungsstörungen und Verstösse gegen die Hausordnung.
Es kam aber auch zu Diebstählen, Belästigungen und Körperverletzungen. Die Polizei bezeichnet die Situation insgesamt noch als «übersichtlich».
In Müllheim gelten derzeit für etwa zehn Personen dauerhafte Hausverbote bis zum Saisonende. In weiteren rund 15 Fällen wurden Badegäste jeweils für den restlichen Tag ausgeschlossen.
Betroffen seien überwiegend, aber nicht ausschliesslich, Männer. Die Stadt vermutet hinter einem Teil der Vorfälle eine Gruppendynamik.
Schweizer Badis haben ebenfalls reagiert
Auch in der Schweiz wurden die Regeln nach Zwischenfällen verschärft. Im Freibad von Pruntrut JU sorgten Gäste aus dem französischen Grenzgebiet in der Saison 2025 wiederholt für Ärger.
Die Gemeinde sprach damals rund 20 Hausverbote aus. Badegäste sollen andere Personen belästigt, mit Gewalt gedroht und Anweisungen des Personals missachtet haben.
Daraufhin schloss Pruntrut ausländische Tagesgäste bis zum Ende der Saison 2025 aus. Zutritt erhielten nur Personen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten, sowie Gäste aus örtlichen Hotels.
Für die laufende Saison 2026 hat die Gemeinde das Verbot aufgehoben. Ausländische Tagesgäste dürfen wieder hinein, bezahlen aber den doppelten Eintritt.
Auch Basel-Stadt hat für die Saison 2026 seine Sicherheitsmassnahmen verstärkt. An stark besuchten Tagen wird zusätzliches Bad- und Sicherheitspersonal eingesetzt.
Bei schweren oder wiederholten Regelverstössen sind Hausverbote von bis zu einem Jahr möglich. Neu können diese direkt vor Ort ausgesprochen werden.












