Nach Flutkatastrophe: Ahr-Landrat wird in Ruhestand versetzt

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    Im Laufe der Aufarbeitung der Flutkatastrophe im Ahrtal Mitte Juli geriet auch der Landrat in Verdacht, nicht früh genug gehandelt zu haben. Nun wird er in den Ruhestand versetzt.

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    Meterhoch türmten sich wenige Tage nach der Flut Mitte Juli Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg. Foto: Boris Roessler/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Landrat im von der tödlichen Flutkatastrophe schwer getroffenen Kreis Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), wird Ende Oktober in den Ruhestand versetzt.

    Das teilte sein Stellvertreter Horst Gies (CDU) am Freitag unter Berufung auf die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier mit. Spätestens drei Monate danach müsse ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt werden, sagte Gies laut Mitteilung in einer Kreistagssitzung. Den Wahltermin werde die ADD festlegen.

    Der 63-jährige Landrat Pföhler hatte sich nach der Sturzflut am 14. und 15. Juli mit 133 Todesopfern im Ahrtal in Rheinland-Pfalz nach extremem Starkregen erst krankschreiben lassen und dann einen Antrag auf dauerhafte Dienstunfähigkeit gestellt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen ihn und ein weiteres Mitglied seines Krisenstabes. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen.

    Pföhler hatte appelliert, die Ereignisse während der Flut besonnen zu beurteilen. Laut Staatsanwaltschaft gab er während einer Razzia in der Kreisverwaltung Ahrweiler an, er sehe bei sich keine strafrechtliche Verantwortung. Nach seinen Worten war auch sein eigenes Haus von der Katastrophe betroffen. Zur Aufklärung der Flutkatastrophe im Juli im nördlichen Rheinland-Pfalz hat sich auch ein Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags konstituiert.

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