An der Aktion «Stunde der Gartenvögel» am zweiten Maiwochenende beteiligten sich bundesweit 67.000 Menschen. Der Naturschutzbund Deutschland hat nun alle Meldungen ausgewertet. Überraschend: Es wurden viel mehr Nachtigallen gesichtet als im Vorjahr.
Bei der «Stunde der Gartenvögel» sind mehr als doppelt so viele Nachtigallen gezählt worden als im Vorjahr.
Bei der «Stunde der Gartenvögel» sind mehr als doppelt so viele Nachtigallen gezählt worden als im Vorjahr. - Tom Dove/Nabu/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der «Stunde der Gartenvögel» sind in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Nachtigallen wie 2021 gezählt worden.

Das teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit, nachdem alle Meldungen der Aktion vom 13. bis 15. Mai ausgewertet wurden.

Die Nachtigall kommt demnach auf ein Plus an Zählungen von 122 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Nachtigallen gehören zu den wenigen Langstreckenziehern, die im Bestand zunehmen», erklärte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Dem Nationalen Vogelschutzbericht zufolge habe sich ihre Anzahl zwischen 2004 und 2016 um 26 Prozent erhöht.

Auf Platz eins der Meldungen kommt im Endergebnis wieder der Haussperling. Danach folgen wie im Vorjahr Amsel, Kohlmeise und der Star. Pro Garten oder Park wurden laut Nabu im Schnitt etwas mehr als 32 Vögel gemeldet, was etwa den Zahlen der Vorjahre entspreche.

«Die Stunde der Gartenvögel ist in diesem Jahr offenbar in die Phase der grössten Balzaktivität der Nachtigall gefallen», sagte Miller zur Erklärung der vielen Zählungen dieser Art. Viele Männchen seien noch auf der Suche nach einer Partnerin gewesen. «Daher konnten so viele der variantenreichen und ausdauernden Sänger am zweiten Maiwochenende gehört und gesehen werden.»

Bei der traditionellen «Stunde der Gartenvögel» kann jeder mitmachen und die Vögel zählen, die er oder sie im Laufe einer Stunde sieht oder hört. An der Aktion beteiligten sich nach Nabu-Angaben in diesem Jahr fast 67.000 Menschen. Sie zählten fast eineinhalb Millionen Vögel in mehr als 44.000 Gärten und Parks.