Die russische Justiz geht weiter gegen den im Exil lebenden Kremlkritiker und Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski vor. Dessen britische Stiftung sei als unerwünscht eingestuft worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in Moskau mit. Damit geht faktisch ein Betätigungsverbot einher. Die Aktivitäten der 2014 gegründeten Stiftung von Chodorkowski gefährdeten die «verfassungsmässige Ordnung und Sicherheit der Russischen Föderation», hiess es zur Begründung. Die Stiftung unterstützt nach eigener Darstellung Bildungsprogramme in Russland. Darüber hinaus wurden weitere Organisationen als unerwünscht erklärt.
Ex-Yukos-Chef Chodorkowski
Ex-Yukos-Chef Chodorkowski - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der frühere Ölmanager Chodorkowski gehört zu den finanzstarken Gegnern des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Er wurde in Russland wegen Betrugs verurteilt und 2013 überraschend begnadigt. In den vergangenen Jahren wurden bereits Chodorkowski-Stiftungen verboten. Zuletzt hatte die russische Justiz drei deutsche Nichtregierungsorganisationen in Russland verboten, was in Deutschland auf heftige Kritik gestossen war.