Mord

    Mord an Journalistin: Prozessauftakt gegen Tatverdächtige auf Malta

    Keystone-SDA
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    Malta,

    Fast genau fünf Jahre nach dem Mordanschlag auf die Journalistin Daphne Caruana Galizia hat in Malta der Prozess gegen zwei Tatverdächtige begonnen. In dem Verfahren gegen die beiden Brüder wurde am Freitag die Jury ausgewählt - den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung lebenslange Haftstrafen. Ihnen wird vorgeworfen, die Reporterin und Bloggerin Caruana Galizia am 16. Oktober 2017 mit einer Autobombe getötet zu haben. Ein dritter tatverdächtiger Auftragsmörder hatte sich im vorigen Jahr schuldig bekannt und als Kronzeuge Details der Tat geschildert.

    ARCHIV - Das Wrack des Autos der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia liegt neben einer Strasse. Foto: Rene Rossignaud/AP/dpa
    ARCHIV - Das Wrack des Autos der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia liegt neben einer Strasse. Foto: Rene Rossignaud/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Rene Rossignaud

    Das Wichtigste in Kürze

    • Caruana Galizia war eine der bekanntesten Journalistinnen des EU-Inselstaates und recherchierte sowie veröffentlichte jahrelang über die teils weitreichende Korruption.

    Der Anschlag sorgte in dem Land und international für grosses Aufsehen und Empörung.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft platzierten die drei Männer unter dem Fahrersitz den Sprengstoff und liessen ihn dann ferngesteuert hochgehen. Den Zünder habe einer der nun Angeklagten mit einem Handy auf einem Boot ausgelöst und das Telefon dann ins Meer geworfen. Die Brüder streiten die Vorwürfe ab und plädieren auf unschuldig.

    Am Freitag warfen sie dem Gericht in der Hauptstadt Valletta korrupte Machenschaften vor; ihnen werde kein faires Verfahren ermöglicht. Einer der Brüder ist seit Wochen in einem Hungerstreik, wie die Zeitung «Times of Malta» berichtete. Nach einer Schimpftirade habe der andere Bruder im Gericht gesagt: «Vielleicht sehen wir uns in der Hölle.»

    Ebenfalls angeklagt in dem Fall ist der Geschäftsmann und Millionär Yorgen Fenech, der den Anschlag in Auftrag gegeben haben soll. Die Anklage stützt sich auf Zeugenaussagen eines Taxifahrers, der die drei Männer schwer belastete. Auch Fenech streitet die Vorwürfe ab und behauptet, einflussreiche Politiker steckten hinter dem Attentat. Er sitzt seit November 2019, als er auf seiner Jacht bei einem möglichen Fluchtversuch festgenommen wurde, in Haft und wartet auf den Beginn des Prozesses.

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