Mord an Tupac – Prozess startet nach fast 30 Jahren
Fast 30 Jahre blieb der Mord an Tupac ungeklärt. Nun steht der mutmassliche Drahtzieher erstmals vor einem Geschworenengericht in Las Vegas.

In Las Vegas hat am Montag der Prozess gegen den mutmasslichen Drahtzieher des Mordes an Tupac Shakur begonnen. Der Angeklagte Duane «Keffe D» Davis ist 63 Jahre alt und beteuert seine Unschuld, wie der «ORF» berichtet.
Am Abend des 7. September 1996 sassen Tupac und Musikmogul Marion «Suge» Knight in einem schwarzen BMW in Las Vegas. Aus einem weissen Cadillac fielen Schüsse, die den Rapper tödlich trafen.
Tupac erlag seinen Verletzungen sechs Tage nach dem Anschlag im Krankenhaus. Knight überlebte mit leichten Verletzungen, sitzt aber heute wegen einer tödlichen Fahrerflucht in Haft.
Prozess stützt sich auf Memoiren
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Davis nicht, selbst geschossen zu haben, wie die «Berliner Zeitung» erklärt. Sie will beweisen, dass er die Tat anordnete und die Waffe für den Anschlag lieferte.
Davis hatte sich in seinen 2019 erschienenen Memoiren «Compton Street Legend» selbst belastet. Darin beschrieb er laut «ZDFheute», wie er eine Waffe auf den Rücksitz des Cadillacs geworfen habe.
Das Gericht liess das Buch als Beweismittel zu, trotz eines Co-Autors, so die «Berliner Zeitung». Ebenso wurde eine Tonaufnahme eines Polizeiverhörs aus dem Jahr 2008 zugelassen.
Gangs im Hintergrund des Tupac-Mordes
Das Motiv hinter dem Mord an Tupac war laut Anklage Rache, berichtet der «ORF». Stunden vor den Schüssen sollen Tupac und seine Begleiter Davis' Neffen Orlando Anderson im MGM Grand verprügelt haben.
Der Anschlag war der Höhepunkt eines Labelkriegs zwischen Death Row Records und Bad Boy Records, schreibt die «Berliner Zeitung». Dazu verfeindete Gangs: die Mob Piru, verbündet mit Death Row, und die South Side Compton Crips, die Davis anführte.
Sean «Diddy» Combs und sein Label Bad Boy standen auf der Seite der Crips, so der «ORF». Combs bestreitet seit Langem jede Beteiligung am Mord und verbüsst derzeit eine Haftstrafe in New Jersey wegen Sexualdelikten.
Tupac-Prozess: Beweise dünn, Zeugen tot
Weder die Tatwaffe noch das Tatfahrzeug wurden je gefunden, wie die «Berliner Zeitung» festhält. Drei der vier Insassen des weissen Cadillacs starben, bevor Anklage erhoben werden konnte.

Zu den rund 40 geladenen Zeugen gehören laut «ORF» ehemalige Polizisten, Kriminalisten sowie Personen aus Tupacs und Davis' Umfeld.
Davis lehnte laut «Berliner Zeitung» ein Angebot über 15 Jahre Haft ab. Bei einer Verurteilung droht ihm nun lebenslange Haft ohne Bewährung.
















