Migranten drohen Ceuta mit neuem Ansturm
In den sozialen Medien wird für einen weiteren Ceuta-Ansturm am 15. August mobilisiert. Es wird befürchtet, dass es eine Masche von Schleppern ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 15. August könnte es zu einem weiteren Ceuta-Ansturm kommen.
- In den sozialen Medien wird dafür mobilisiert, Treffpunkte werden abgemacht.
- Spanien hat den Grenzschutz verstärkt und eine Schwimmbarriere errichtet.
Droht der spanischen Exklave Ceuta der nächste Gross-Ansturm von Migranten? Wie die Zeitung «El País» berichtet, wird in den sozialen Medien mobilisiert.
Auf Tiktok und in grossen Whatsapp-Gruppen wird für den Ansturm am 15. August geworben. Teils werden Treffpunkte in der Grenzstadt Fnideq abgemacht.
Besprochen wird auch, wo der Grenzzaun einfach überwunden werden kann und ob Schlauchboote nützlich sind. Einige User kündigen zudem an, aus anderen Teilen Marokkos anzureisen, um den Grenzübertritt zu versuchen.
Doch es gibt auch kritische Nachrichten: Einige Menschen warnen vor der Reise. Die Grenze sei stark gesichert, die Behörden nach dem letzten Ansturm besser vorbereitet.
Andere vermuten, dass der angekündigte Ansturm eine Masche von Schleppern sein könnte. Sie wollten verzweifelte Menschen in den Norden Marokkos locken und ihnen dann teure Überfahrten nach Europa verkaufen, so die Befürchtung.
Gegenüber «El Mundo» bestätigt die Regionalregierung von Ceuta, dass sie Kenntnis der Mobilisierungsversuche habe. Nachrichten von Tiktok und aus Whatsapp seien den Sicherheitsbehörden weitergegeben worden.
Am 30. und 31. Juli stürmten rund 72’000 Migranten aus Marokko nach Ceuta in der Hoffnung, nach Spanien zu kommen. Die allermeisten sind mittlerweile freiwillig zurückgekehrt – auch weil sie keine Hilfe erhielten und keine Hoffnung auf eine Weiterreise hatten.
Spanien hat eine Schwimmbarriere errichtet
Bereits bei jenem Ansturm mit 99 Todesopfern spielten teils falsche Informationen in den sozialen Medien eine Rolle. Kurz zuvor hatte der Oberste Gerichtshof Spaniens entschieden, dass schwimmende Ankömmlinge nicht abgeschoben werden dürfen.

Gegenüber der «Bild» wirft die österreichische Integrationsministerin Claudia Bauer Madrid vor, mit seiner Migrationspolitik einen «Mega-Magneten» geschaffen zu haben. Dieser sei durch Schlepper und Falschmeldungen in den sozialen Medien multipliziert worden. Es müsse auch abgeklärt werden, ob «geopolitische Akteure» die Krise zusätzlich angeheizt hätten.
Sie fordert, dass Spanien auch angesichts des möglichen neuen Ansturms seinen Grenzschutz «massiv aufrüstet». Das wurde mittlerweile getan: Spanien hat eine 500 Meter lange Schwimmbarriere errichtet. Damit sollen der Grenzübertritt erschwert und eine sichtbare Grenze im Meer geschaffen werden.



















