Die grösste Salzwasserlagune Europas wurde zur «grünen Suppe». Zehntausende protestierten für strengere Umweltauflagen, um das Mar Menor zu schützen.
Mar Menor
Demonstranten und Demonstrantinnen bilden eine mehr als 73 Kilometer lange Menschenkette am Ufer des Mar Menor. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • 70'000 Menschen formen in Spanien eine 73 Kilometer lange Menschenkette.
  • Sie wollen auf die Verschmutzung der Salzwasserlagune Mar Menor aufmerksam machen.

Das Mar Menor gilt als grösste Salzwasserlagune Europa. Landwirtschaft und fehlende Umweltauflagen haben sie zur «grünen Suppe» werden lassen. Zehntausende protestierten nun dagegen.

Aus Protest gegen eine der schlimmsten Umwelttragödien der vergangenen Jahre in Spanien haben 70'000 Menschen Europas grösste Salzwasser-Lagune «umarmt».

Die rund 73 Kilometer lange Menschenkette bedeckte am Samstag den gesamten Umfang des Mar Menor, des «Kleinen Meeres», in der Region Murcia im Südosten des Landes, wie die Nachrichtenagentur Europa Press und andere Medien berichteten. Es wurde auch eine Schweigeminute für die Tausenden von Tieren abgehalten, die der Verschmutzung des Wassers zum Opfer fielen.

Protest in Spain
Die 73 Kilometer lange Menschenkette am Mar Menor. - dpa

Fünf Tonnen tote Tiere

Vorige Woche waren nach Behördenangaben binnen sieben Tagen knapp fünf Tonnen toter Tiere aus dem Wasser geholt worden. Es war nicht der erste schlimme Zwischenfall im einstigen Natur- und Urlaubsparadies. Vor knapp zwei Jahren waren zum Beispiel bereits zirka drei Tonnen toter Lagunenbewohner – vor allem kleine Fische und Krebse – angespült worden. Die konservative Regionalregierung und die linke Zentralregierung geben sich gegenseitig die Schuld.

Nährstoffanreicherung führt zu Problemen

Ursache für das Massensterben der Fische ist die sogenannte Eutrophierung – eine schädliche Nährstoffanreicherung des Wassers, die durch menschliche Aktivitäten verursacht wird.

Es kommt dadurch zu einer starken Vermehrung von Algen und Bakterien, die Sauerstoffmangel verursacht und anderen Pflanzenarten, Fischen und anderen Tieren und Kleinlebewesen die Lebensgrundlage entziehen. Hohe Temperaturen beschleunigen die Eutrophierung. Kurz vor der jüngsten Katastrophe hatte eine Hitzewelle in ganz Spanien Temperaturen von zum Teil deutlich über 40 Grad gebracht.

Das Mar Menor galt einst als eines der schönsten Gebiete Spaniens – heute ist dort meistens nur eine «grüne Suppe» zu sehen, die einen faulen Gestank verströmt. Umweltschützer stellen in erster Linie die Regionalregierung von Murcia an den Pranger. Sie unternehme nichts gegen die intensive Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe der Lagune, die die Hauptschuld an den Problemen trage.

Mar Menor
Arbeiter fischen tote Fische aus dem Mar Menor. (Archivbild) - Keystone

Vor allem bei heftigem Regen gelange neben Süsswasser auch düngerhaltiger Schlamm in die Lagune. Unter dem Eindruck der Katastrophe und der Proteste beschloss die Regionalregierung diese Woche einige Umweltauflagen für das Gebiet, die Umweltschützer jedoch als ungenügend zurückwiesen.

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