Madrid entschuldigt sich für angemalten König

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    Spanien,

    Madrid hat zum Dreikönigstag ein Video veröffentlicht, in dem ein schwarz angemalter Weisser den Balthasar darstellt. Nach Kritik folgte eine Entschuldigung.

    Dreikönigstag Madrid Parade
    Der Heilige König Balthasar bei einem grossen Umzug durch die Stadtmitte der spanischen Hauptstadt. - Alberto Ortega/EUROPA PRESS/dpa

    Das Bürgermeisteramt der spanischen Hauptstadt Madrid hat sich für Videos entschuldigt, in denen ein mit dicker Schminke als Schwarzer dargestellter weisser Schauspieler Balthasar zum Dreikönigstag spielte.

    Es handele sich um einen «bedauerlichen Irrtum» der Videoproduktionsfirma, teilte die Stadtverwaltung mit, wie spanische Medien berichteten. Die Opposition im Stadtparlament kritisierte die Videos als rassistisch.

    Rassistische Darstellung hat Tradition

    Das «Blackfacing» – die Darstellung schwarzer Menschen durch geschminkte Weisse – gilt als rassistisch, weil es fast immer etwas Karikierendes hat, wenn sich ein Weisser als Schwarzer verkleidet.

    Zweitens steht diese Maskerade in einer unguten Tradition: In den USA waren früher sogenannte «Minstrel Shows» populär, in denen Weisse zur Belustigung eines weissen Publikums Schwarze imitierten.

    Dicke Schminke und schlechte Sprache

    Die Videos konnten Eltern bei der Stadt für ihre kleinen Kinder zum Dreikönigstag am Samstag bestellen, dem Tag, an dem Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke erhalten.

    Der mit dicker dunkelbrauner Schminke versehene «König Balthasar» sprach die Kinder in den Videos mit absichtlich ausländischem Akzent und künstlich wirkenden Grammatikfehlern bei ihrem Namen an, sprach Lob und Ermahnungen aus und versprach ihnen viele Geschenke.

    Balthasar sollte «glaubhaft» sein

    Die Stadt habe die Produktionsfirma der Videos um eine Erklärung gebeten, wie es zu dem Fehler habe kommen können, wurde Vizebürgermeisterin Inma Sanz vom staatlichen TV-Sender RTVE zitiert. Es seien 20 bis 30 solcher Videos mit geschminkten Balthasars an Eltern verschickt worden.

    Die Videofirma entschuldigte sich, falls sie jemanden beleidigt haben sollte. Man habe niemanden lächerlich machen wollen, sondern Balthasar, der bekanntlich aus dem Orient stamme, nur für die Kinder «glaubhaft» darstellen wollen.

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