Wegen der dritten Corona-Welle hat Frankreich seinen Lockdown ausgeweitet: Seit Samstag bleiben in drei weiteren Départements die Geschäfte geschlossen, und die Bewegungsfreiheit der Bürger wurde eingeschränkt.
Szenen wie an der Rhone in Lyon soll es nicht mehr geben
Szenen wie an der Rhone in Lyon soll es nicht mehr geben - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Einreise nach Deutschland und aus Spanien nur mit Negativtest möglich.

Insgesamt betreffen die verschärften Corona-Auflagen nun 19 Verwaltungsbezirke mit mehr als 23 Millionen Menschen.

Seit einer Woche gilt der Lockdown bereits im Pariser Grossraum und Teilen Nord- und Südfrankreichs. Seit Samstag sind auch das Département Rhone um die Grossstadt Lyon betroffen sowie die Verwaltungsbezirke Aube südöstlich von Paris und Nièvre südlich der Hauptstadt.

Fast alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs sind nun wieder geschlossen, die Bewohner der betroffenen Départements dürfen ihre Regionen nur noch aus «zwingenden» Gründen verlassen. Spaziergänge sind auf einen Radius von zehn Kilometer begrenzt. Zudem wird die Klassenstärke in den Gymnasien auf die Hälfte reduziert - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern bleiben die Schulen aber geöffnet.

Am Samstag verschärften die Behörden die Kontrollen an Flughäfen, Bahnhöfen und Mautstrassen, um die Einhaltung der Beschränkungen zu überwachen. Zu den Hauptverkehrszeiten sollen sie nochmals erhöht werden.

Am Freitag hatte das Robert-Koch-Institut in Berlin ganz Frankreich zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Damit wird ab Sonntag ein negativer Corona-Test zur Einreise nach Deutschland Pflicht.

Spanien kündigte am Samstag an, dass ab Dienstag jeder Reisende ab sechs Jahren vor der Einreise aus Frankreich einen negativen PCR-Test vorweisen muss. Bisher galt dies nur für Flugreisende; seit Ende Januar gilt die allgemeine Testpflicht allerdings bereits für die Einreise von Spanien nach Frankreich.

Frankreich befindet sich inmitten der dritten Corona-Welle. Inzwischen wurde die Marke von 200.000 neuen Infektionsfällen pro Woche überschritten. Mit rund 4800 lag die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen am Freitag nur noch knapp unter dem Höchststand der zweiten Welle im Herbst. Seit Beginn der Pandemie starben über 94.000 Menschen an oder mit Covid-19. Präsident Emmanuel Macron hat die Bürger bereits auf «schwierige» Wochen eingestimmt.

Am kommenden Mittwoch berät der sogenannte Verteidigungsrat über eine Verschärfung der Strafmassnahmen bei Verstössen gegen die Corona-Regeln. Am Sonntag sollte sich der Wissenschaftsrat über eine mögliche erneute Verschiebung der Regional- und Départementwahlen äussern. Die Regierung hat bereits angekündigt, sich an die Empfehlungen ihres Beratergremiums zu halten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus Emmanuel Macron Herbst Regierung