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Lieferketten und Frachtkosten bereiten Puma Sorgen

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Deutschland,

Die Quartalszahlen sind zwar gut - Probleme hat Puma aber trotzdem, vor allem mit hohen Transportkosten und der weltweiten Produktion. Preiserhöhungen für Verbraucher drohen aber wohl noch nicht.

Puma will die steigenden Kosten aktuell nicht an die Kunden weitergeben. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild
Puma will die steigenden Kosten aktuell nicht an die Kunden weitergeben. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Probleme in der Lieferkette und steigende Frachtkosten verderben dem Sportartikelkonzern Puma die gute Laune über die rasante Erholung vom Corona-Schock.

Die Nachfrage übersteige derzeit das Angebot, räumte Konzernchef Björn Gulden in einer Telefonkonferenz am Donnerstag in Herzogenaurach ein. Die Lagerbestände stiegen auf niedrigem Niveau. «Diese könnten derzeit höher sein.» So war die Beschaffung zuletzt schwierig, die Frachtkapazitäten waren knapp und die Häfen überlastet.

Neben den Engpässen bei der Fracht und den damit eingehenden explodierenden Transportkosten sind auch die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil: So steigen die Infektionszahlen in weiten Teilen der Welt wieder an. In Südvietnam, einem wichtigen Produktionsstandort für Puma, kam es zuletzt wieder zu Beschränkungen, Fabriken wurden geschlossen. Puma versucht nun, Produktion zu verlagern, etwa in den Norden des Landes.

Einfach sind solche Verschiebungen jedoch nicht, da Puma nur mit ihnen bekannten Werken zusammenarbeitet. Und die Fertigung zurück nach Europa zu verlagern, sei nur selten eine Möglichkeit, und bei Schuhen sogar nahezu unmöglich, da es laut Gulden keine entsprechenden Fabriken in Europa dafür mehr gibt.

An die Kunden weitergeben will Puma die steigenden Kosten jedoch aktuell nicht. Breit angelegte Preissteigerungen stehen dem Konzernchef zufolge derzeit nicht zur Debatte. Allenfalls selektiv könne es vor allem bei neueren Produkten zu Erhöhungen kommen.

Ebenfalls noch nicht ausgestanden sind die politischen Spannungen westlicher Staaten mit China, die im Frühjahr zu Boykottaufrufen in dem für Puma wichtigen Markt geführt hatten. Die Umsätze sanken dort im zweiten Quartal währungsbereinigt um 5 Prozent. Zuletzt habe sich die Entwicklung in China aber wieder etwas gebessert, so Gulden.

Trotz der zahlreichen operativen Schwierigkeiten war das zweite Quartal ein sehr gutes für Puma, sagte Gulden mit Blick auf die Zahlen, von denen die wichtigsten Punkte aber schon bekannt waren. Insgesamt hatten sich die Umsätze im Quartal auf rund 1,6 Milliarden Euro fast verdoppelt, angetrieben von einer hohen Nachfrage im nordamerikanischen Markt. Auch das europäische Geschäft erholte sich deutlich, nachdem Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert wurden.

Abrupt abgebremst wurde das Wachstum im Internethandel: Dieses stieg währungsbereinigt lediglich um 8,5 Prozent, nach noch fast 75 Prozent im Vorquartal. Hauptgrund war der chinesische Käuferstreik. Der Nettogewinn betrug knapp 49 Millionen Euro. Im Vorjahr war im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein Verlust von fast 96 Millionen Euro angefallen. Das Unternehmen hat bereits Mitte Juli vorläufige Zahlen vorgelegt und seine Prognose erhöht.

Für das laufende Jahr erwartet das Management um Konzernchef Gulden nun währungsbereinigt ein Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent. Für das operative Ergebnis peilt Puma einen Wert von 400 bis 500 Millionen Euro an. Damit würde Puma im besten Fall sogar besser als im Vor-Corona-Jahr 2019 abschneiden, als das Betriebsergebnis bei 440 Millionen Euro gelegen hatte.

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