Gorillas hat lange ausschliesslich auf Wachstum gesetzt – und geriet zuletzt finanziell ins Straucheln. Die Übernahme des Unternehmens aus Berlin lässt sich Konkurrent Getir einiges kosten.
Ein Lieferfahrer des türkischen Lieferdienstes Getir fährt mit seinem Fahrrad durch Berlin.
Ein Lieferfahrer des türkischen Lieferdienstes Getir fährt mit seinem Fahrrad durch Berlin. - Michael Kappeler/dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Der türkische Lebensmittellieferdienst Getir übernimmt den Konkurrenten Gorillas aus Berlin.

Das teilte Getir am Freitag auf der Berufsplattform Linkedin mit.

Zuvor hatten die «Financial Times» und andere Medien berichtet. Zum Kaufpreis machte Getir zunächst keine Angaben. Den Berichten zufolge soll die Übernahme rund 1,2 Milliarden Dollar kosten (rund 1,14 Mrd. Euro). «Dieser Zukauf bestätigt unser langfristiges Engagement und unsere Hingabe an den Sektor und unterstreicht, wie Getir die Konsolidierung der Branche anführt», teilte Getir mit.

Über die Übernahme war seit längerem spekuliert worden. Gorillas war in der Corona-Krise stark gewachsen, geriet danach aber in finanzielle Schwierigkeiten. Im Mai entliess das Unternehmen Hunderte Beschäftigte und kündigte an, stärker auf Profitabilität statt auf Wachstum zu setzen. Wie es für die Gorillas-Beschäftigten nach der Übernahme weiter geht, blieb am Freitag zunächst offen. Immer wieder gab es bei dem Unternehmen Streit über die Arbeitsbedingungen sowie über die Gründung von Betriebsräten durch die Fahrerinnen und Fahrer.

Mehr zum Thema:

LinkedinDollarCoronavirus