Das 9-Euro-Ticket läuft bald aus. Die Verkehrsministerkonferenz fordert nun einen Nachfolge-Vorschlag des Bundes. Das Bundesland Berlin debattiert gleichzeitig über eine eigene, regionale Lösung.
Das günstige Ticket für den Nah- und Regionalverkehr ist für vielen Menschen eine Alternative zum Auto. Doch wie geht es ab September weiter?
Das günstige Ticket für den Nah- und Regionalverkehr ist für vielen Menschen eine Alternative zum Auto. Doch wie geht es ab September weiter? - Lennart Preiss/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Verkehrsminister der Länder fordern den Bund auf, «zeitnah» einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag für Nachfolgeregelungen des 9-Euro-Tickets vorzulegen.

Das geht aus einem Beschlusspapier der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am Freitag hervor. Der Beschluss lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Das 9-Euro-Ticket läuft Ende August aus.

In dem Beschluss heisst es, die Verkehrsministerkonferenz sei im Rahmen des Ausbau- und Modernisierungspaktes und bei Absicherung der notwendigen Gesamtfinanzierung zur Sicherstellung eines weiterhin attraktiven und leistungsfähigen ÖPNV in den Jahren 2022 und 2023 bereit, über eine Nachfolgeregelung nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets mit dem Bund zu verhandeln. «Die Verkehrsministerkonferenz erwartet, dass der Bund hierzu zeitnah einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag vorlegt und sich zu seiner vollständigen Finanzierungsverantwortung bekennt und diese dauerhaft absichert.»

Die Länder bekräftigten ausserdem ihre Forderung, dass der Bund deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen muss. Es müssten «wirtschaftliche Notlagen» bei den Verkehrsunternehmen verhindert werden sowie massive Ticketpreiserhöhungen und Einstellungen von Verkehrsleistungen. Die erheblich gestiegenen Kosten für Energie und Kraftstoffe hätten erhebliche Auswirkungen auf die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs und den öffentlichen Personennahverkehr.

Berlin: SPD schlägt 9-Euro-Ticket bis Jahresende vor

In Berlin könnte ein 9-Euro-Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr auch über den August hinaus erhältlich sein. Die SPD von Regierungschefin Franziska Giffey schlägt vor, eine solche Regelung zunächst bis Ende des Jahres einzuführen. Mit dem Ticket könnten Besitzer aber nur im Tarifbereich AB fahren - also in Berlin, nicht in Brandenburg, und auch nicht mehr bundesweit. Entsprechende Medienberichte wurden der dpa am Freitag aus Parteikreisen bestätigt.

Die Spitzen der rot-grün-roten Koalition kamen am Freitag zu einer Klausurtagung zusammen, um über die Frage zu beraten, wie das Land bedürftigen Menschen, aber gegebenenfalls auch Unternehmen oder Institutionen in der Energiekrise mit stark gestiegenen Preisen helfen kann. Der Vorschlag für das neue, regionale 9-Euro-Ticket liegt dabei auf dem Tisch.

Die vom Bund finanzierte dreimonatige Aktion, die bis Ende August geht, sollte Pendler angesichts hoher Energiepreise unterstützen und für einen Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen werben.

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