Oskar Lafontaine, einst auch Kanzlerkandidat der SPD, steht der Linken im Saarland seit 2009 als Fraktionsvorsitzender vor. Nun kündigt er das Ende seiner politischen Karriere an.
Oskar Lafontaine (Die Linke) bei einer Veranstaltung. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Oskar Lafontaine (Die Linke) bei einer Veranstaltung. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine (78), steht vor dem Ende seiner politischen Karriere.

Er werde bei der Landtagswahl im Saarland am 27. März 2022 auch nicht mit einer eigenen «Liste Lafontaine» ins Rennen gehen: «Ich trete nicht mehr an», sagte er der «Welt» (Freitag). Auf die Frage der «Welt», ob das nun das Ende seiner politischen Karriere sei, sagte er «Ja». Das bestätigte am Abend der Fraktionssprecher der Linke in Saarbrücken.

Bereits nach der Bundestagswahl Ende September hatte Lafontaine erklärt, dass er bei der Saarlandwahl nicht mehr für die Linken kandidieren werde.

Lafontaine ist seit 2009 Fraktionsvorsitzender der Linken im Saar-Landtag. Im Laufe seines Lebens war er Oberbürgermeister in Saarbrücken, Ministerpräsident des Saarlandes, Vorsitzender der SPD, Bundesfinanzminister und Mitgründer der Linke. In 2009, 2012 und 2017 gingen die Linken stets mit Lafontaine als Spitzenkandidaten in die Landtagswahl - und holten jeweils zweistellige Stimmergebnisse.

Als Grund dafür, dass er bei der Landtagswahl jetzt nicht mehr für die Linken antrete, gab Lafontaine den Wiedereinzug von Landeschef Thomas Lutze aus dem Saarland in den Bundestag an. Lafontaine wirft Lutze betrügerische Machenschaften bei der Akquise von Mitgliedern vor. Lutze, seit 2009 im Bundestag, bestreitet die Vorwürfe.

Gegenüber der «Welt» kritisierte Lafontaine die Parteiführung der Linken in Berlin. «Parteivorsitzende müssen die Flügel zusammenführen und eine Programmatik entwickeln, die alle akzeptieren. Stattdessen verstehen sich die Vorsitzenden als Mitglieder von Strömungen und befeuern seit Jahren den innerparteilichen Konflikt», sagte er.

Die Niederlage bei der Bundestagswahl sei für ihn keine Überraschung gewesen. «Einige der für den Wahlkampf Verantwortlichen - allen voran der Bundesgeschäftsführer - wissen nicht, wie man Wahlen gewinnt», sagte er demnach. Zudem kritisierte er die Bundesspitze für ihr Agieren in der Impfdebatte und den Umgang mit den Parteiausschlussverfahren gegen ihn und seine Ehefrau Sahra Wagenknecht.

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