Kunstbiennale in Venedig: Pussy Riot protestieren gegen Russland
Der Streit um die Teilnahme Russlands an der Kunstbiennale von Venedig 2026 geht weiter. Die feministische russische Gruppe Pussy Riot hat angekündigt, gegen die Teilnahme Russlands an der Biennale protestieren zu wollen.

In einem Post schrieb das Kollektiv: «Wir haben eine Botschaft an diese blutdürstigen Propagandisten: Erwartet Widerstand. Wir wollen unsere uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine, den Opfern russischer Kriegsverbrechen, den russischen politischen Gefangenen und den ukrainischen Kriegsgefangenen ausdrücken. Die besten russischen Bürger sitzen im Gefängnis wegen friedlicher Handlungen oder wurden getötet, während Europa die Türen für Putins Funktionäre und Propagandisten öffnet», hiess es in einer Mitteilung.
Auslöser dafür war die Entscheidung des Biennale-Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco, Russland wieder teilnehmen zu lassen. Pussy Riot betonten, dass die Entscheidung zur russischen Teilnahme «eine politische Entscheidung Italiens» sei. «Der Präsident der Biennale wird von der italienischen Regierung ernannt. Der russische Pavillon ist keine Botschaft, er ist kein souveränes Territorium und hat keinen diplomatischen Status. Italien, die Behörden von Venedig und die Biennale selbst können 'Nein' sagen, wenn sie wollen», heisst es in dem Post.
Für Pussy Riot sei die offizielle russische Teilnahme «ein harter Schlag für die Sicherheit Europas». «Der Kreml nutzt Kultur seit langem als Fortsetzung der Aussenpolitik und zur Legitimation des Regimes im Ausland. Es handelt sich um die kulturelle Expansion des imperialen Russland ins Herz Europas», hiess es.
Inzwischen haben sich 26 Europaabgeordnete aus verschiedenen Fraktionen mit einem offenen Brief an die Biennale gewandt und eine Rücknahme der Entscheidung gefordert. Die Abgeordneten verurteilen es scharf, Russland eine Plattform bei einer der weltweit wichtigsten Kulturveranstaltungen zu geben, während das Land weiterhin Krieg gegen die Ukraine führe.
Auch die ukrainische Regierung hat gegen Russlands Teilnahme protestiert. Die Kunstbiennale vom 9. Mai bis 22. November in Venedig zählt zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.













