Eric Frenzel bekommt vor Erschöpfung erst nicht mit, dass er olympisches Silber im Team gewinnt. Daniela Maier holt die erste deutsche Medaille im Skicross. Kamila Walijewa hält dem Druck nicht stand.
Eiskunstläuferin Kamila Walijewa scheiterte am grossen Druck. Foto: Peter Kneffel/dpa
Eiskunstläuferin Kamila Walijewa scheiterte am grossen Druck. Foto: Peter Kneffel/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Olympischen Winterspielen in China Gold im Team-Wettbewerb verpasst.

Angesichts der schwierigen Begleitumstände war die Silber-Medaille durch Manuel Faisst, Julian Schmid, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger dennoch ein Erfolg. Skicrosserin Daniela Maier hatte sich schon mit Platz vier im Finale abgefunden. Nach Jury-Entscheidung kam sie unverhofft doch noch zu Bronze.

Mit Spannung war die Kür der Eiskunstläuferinnen wegen der Doping-Affäre von Kamila Walijewa erwartet worden. Nach dem tagelangen Wirbel zeigte die 15-Jährige Nerven, patzte mehrmals und fiel von Rang eins nach dem Kurzprogramm noch auf den vierten Platz. Gold ging an ihre Landsfrau und Weltmeisterin Anna Schtscherbakowa. Silber sicherte sich deren Teamkollegin Alexandra Trusowa, Bronze holte die Japanerin Kaori Sakamoto.

Frenzel völlig erschöpft

Die erste kleine Siegerzeremonie im Stadion in Zhangjiakou verpasste Kombinierer Eric Frenzel. Der dreimalige Olympiasieger war nach einer Corona-Infektion erst drei Tage vor dem Teamwettbewerb aus der Hotel-Isolation entlassen worden. Komplett ausgepumpt hatte er nach seinem Einsatz im Schnee gelegen, wurde von Betreuern bei Temperaturen um die minus zehn Grad durch das Langlaufstadion begleitet und musste sich erst einmal erholen.

In den Kampf um Gold hatten die Deutschen nach Frenzels Lauf nicht mehr eingreifen können. Geiger rettete als Schlussläufer immerhin Silber hinter Olympiasieger Norwegen und vor Bronze-Gewinner Japan. «Ich bin froh, dass die anderen ausgemerzt haben, was ich verbockt habe», sagte Frenzel, nachdem er sich erholt hatte.

Maier war im Skicross-Finale als Vierte hinter Olympiasieger Sandra Näslund aus Schweden, der zweitplatzierten Kanadierin Marielle Thompson und Fanny Smith aus der Schweiz ins Ziel gefahren. Doch die Jury hatte eine unfaire Aktion von Smith gesehen und nach Videobeweis Maier um einen Platz nach oben gesetzt. «Sie hat mir schon ein bisschen den Speed genommen. Dafür haben wir eine Rennjury. Das ist Skicross pur», äusserte sich Maier zurückhaltend. Ihr Bronze ist die erste deutsche Olympia-Medaille im Skicross überhaupt.

Deutschland auf Platz zwei

Zum Abschluss des viertletzten Entscheidungstages der Spiele in Peking lag Deutschland mit nun zehn Mal Gold, sieben Mal Silber und fünf Mal Bronze weiter an zweiter Stelle der Nationenwertung. An deren Spitze blieb Norwegen (14 Gold/7 Silber/8 Bronze).

Ihr persönliches Olympia-Drama setzte US-Skistar Mikaela Shiffrin auch in der alpinen Kombination fort. Nach ihrem Aus im Riesenslalom und Slalom fädelte die 26-Jährige auch im Kombi-Slalom ein und schied aus. «Ich bin wirklich enttäuscht und frustriert», sagte die amerikanische Ausnahmeathletin nach ihrer nächsten Pleite. Aber irgendwie fühle sich das Ganze nur noch «wie ein Witz» an.

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