Die Polizei sucht in deutschen Impfzentren nach Beweismitteln. Eine Krankenschwester soll tausende Spritzen mit Kochsalzlösung statt Impfstoff gefüllt haben.
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Das Impfzentrum des Landkreises Friesland in Schortens. (Archivbild - dpa-infocom GmbH/Mohssen Assanimoghaddam

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegen eine Krankenschwester aus dem Impfzentrum in Niedersachsen wird ermittelt.
  • Sie soll tausende Impfungen mit einer Kochsalzlösung statt dem Vakzin durchgeführt haben.
  • Die Polizei durchsucht nun mehrere Impfzentren nach Beweisen.

Eine Krankenschwester hat in einem Impfzentrum in Niedersachsen möglicherweise Tausende Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen. Die Polizei hat nun mehrere Durchsuchungen durchgeführt.

Bei den Ermittlungen wegen möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen hat die Polizei am Donnerstagmorgen mehrere Räumlichkeiten durchsucht. Die Durchsuchungen fanden vor allem im Landkreis Friesland in Niedersachsen statt, teilte das Polizeipräsidium Oldenburg mit.

Fläschchen mit Impfstoff zerbrochen

Die Beamten der Ermittlungsgruppe «Vakzin» suchten demnach in mehreren Impfzentren nach Beweismitteln. Weitere Details sollen im Lauf des Tages bekannt gegeben werden.

Ermittelt wird gegen eine examinierte Krankenschwester. Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff heruntergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte.

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. - dpa

Nach weiteren Zeugenaussagen könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe. Dies teilte Kreis und Polizei vergangene Woche mit. Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher knapp zehntausend Betroffene als Vorsichtsmassnahme nachgeimpft werden.

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