Klimawandel

Klimawandel bedroht Olympische Winterspiele

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Italien,

Immer weniger Frosttage, höhere Temperaturen: Der Klimawandel bedroht nach Expertenangaben die Wintersport-Wettbewerbe in vielen Regionen.

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Die olympischen Winterspiele sind bedroht. Abgebildet: Ski-Ass Marco Odermatt am vergangenen Wochenende auf der Streif in Kitzbühel (Ö). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der steigenden Temperaturen sind die Olympischen Winterspiele in Gefahr.
  • Im Hauptveranstaltungsort haben die Frosttage um 19 Prozent abgenommen.
  • Nun könnten die Spiele um zwei bis drei Wochen vorverlegt werden.

Die Olympischen Winterspiele sind bedroht – Grund ist Der Klimawandel.

Allein in einem Hauptveranstaltungsort der kommenden Olympischen Winterspiele, Cortina d'Ampezzo, sei die Februar-Temperatur gestiegen: Seit den ersten Winterspielen an diesem Ort im Jahr 1956 sogar um 3,6 Grad.

Das berichtete die gemeinnützige US-Organisation Climate Central in Princeton (New Jersey) in einem Überblick anlässlich der Spiele. Die Zahl der Frosttage habe dort zugleich um 19 Prozent abgenommen.

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Anfang Februar sollen in Italien die Olympischen Winterspiele starten. Doch noch fehlen Kälte und Schnee am Hauptveranstaltungsort. (Im Bild: Banner in Livigno im September 2025) - keystone

Die Olympischen Winterspiele starten am 6. Februar und sind auf mehrere norditalienische Orte verteilt.

Der zweite Hauptstandort Mailand habe sich in dem Zeitraum um 3,2 Grad erwärmt. Dort sollen Wettbewerbe wie Eiskunstlauf und Eishockey ausgerichtet werden.

Schmelzender Schnee sorgt für rasche Erwärmung der Bergregionen

Einer der Gründe für die rasche Erwärmung in den Alpen und anderen Bergregionen ist der schmelzende Schnee. Er reflektiert die Sonnenstrahlen.

Ohne Schneebedeckung kann sich der meist dunklere Boden stärker erwärmen. Zudem steigen die Temperaturen der Kontinente ohnehin stärker als die der Meere.

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Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sagte zur deutschen Nachrichtenagentur DPA: «Mit jedem Zehntel Grad mittleren Temperaturanstieg werden Wintersportbedingungen auch in alpinen Höhenlagen wetterabhängiger und unterliegen somit stärker unerwünschten Schwankungen.»

Die Folgen: «Gerade im Bereich der Frostgrenze kann das sichtbare Auswirkungen auf das Vorhandensein von natürlichen Winterlandschaften haben.»

Bis 2050 nur noch 52 potenzielle Gastgeberstädte

Eine Auswertung von über 800 Messstationen in den Alpen von November bis Mai zeigt bereits eine deutliche Verschlechterung der Schneeverhältnisse: Im Durchschnitt sank die mittlere Schneehöhe von 1971 bis 2019 um 8,4 Prozent pro Jahrzehnt.

Die Dauer der saisonalen Schneebedeckung verringerte sich in der Zeit um 5,6 Prozent pro Jahrzehnt. Das berichtet das Team um Michael Matiu von der italienischen Università di Trento im Journal «The Cryosphere».

Die Schneemenge wirkt sich auf die Anzahl der möglichen Austragungsorte für die Winterspiele aus: Von den 93 potenziellen Gastgeberstädten gelten 87 als Orte mit verlässlichen klimatischen Bedingungen für die Olympischen Winterspiele. Das berichtet Climate Central.

Bis in die 2050er Jahre werden es nur noch 52 sein. So schreibt es die Organisation mit Verweis auf die Studie eines Teams um Robert Steiger von der Universität Innsbruck.

Klimawandel verändert «Fundament des Wintersports»

Noch schlechter sei die Lage für die Winter-Paralympics, die in der Regel im März stattfinden. Hier führe der Klimawandel dazu, dass es in den 2050er Jahren nur noch 22 Orte mit verlässlichen Bedingungen gebe.

Besonders rasch sinkt die Zahl verlässlicher Olympia-Standorte laut der Studie von Steiger in Westeuropa.

Zu den Faktoren für Verlässlichkeit zählten entsprechend tiefe Temperaturen und die Wahrscheinlichkeit ausreichender Schneehöhen von mindestens 30 Zentimetern.

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«Wir sehen, dass die Klimakrise nicht nur einzelne schlechte Winter bringt, sondern das Fundament des Wintersports verändert.» Das sagte Steiger, der auch Mitautor einer neuen Studie zu Anpassungsmassnahmen ist.

«Die Risiken für Fairness und Sicherheit im Wettkampf nehmen zu.» Phasen mit ungewöhnlich warmem Wetter könnten während der Spiele wahrscheinlicher werden. Das wiederum könne die Schneequalität stark beeinträchtigen.

Werden Spiele wegen Klimawandel verschoben?

Es sei daher auch aus diesen Gründen wichtig, den Klimawandel zu begrenzen, sagte Steiger. In der neuen Studie haben er und weitere Forschende zudem viele Stellschrauben für bessere Schneebedingungen während der Wettkämpfe zusammengestellt.

Eine Auswahl: Um die Wintersportbedingungen für Olympia insgesamt zu verbessern, könnten die Spiele um zwei bis drei Wochen vorverlegt werden. Die Olympischen Spiele starten dann Ende Januar und die Paralympics Ende Februar.

Möglich sei auch ein Rotationssystem zwischen den klimatisch zuverlässigsten Austragungsorten. Mit diesem möglichen Reformansatz beschäftigt sich das Internationale Olympische Komitee bereits. In Erwägung zieht das IOC auch eine Veränderung des Wettkampfprogramms.

Beispielsweise könnte die Dauer der Spiele von 16 auf 18 bis 20 Tage verlängert werden. Dann gebe es laut Steiger mehr Flexibilität bei der Verschiebung von Wettbewerben bei widrigen Wetterbedingungen.

Eine Verlegung von Wettkampfzeiten auf frühere Tageszeiten sorge für niedrigere Temperaturen. Als weitere, oftmals unausweichliche Option sieht Steiger künstliche Beschneiung, die jedoch effizient und möglichst klimafreundlich organisiert werden müsse.

Kommentare

User #5990 (nicht angemeldet)

Das Schlimmste am «Klima-Wandel» sind die «Klima-Experten»!

User #6030 (nicht angemeldet)

Aktuelle Temp Cortina -7 Grad. Sehr warm.

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