Am Nationalfeiertag Kataloniens haben Separatisten erneut Selbstbestimmung gefordert. Die Meinungen über den Weg zur Unabhängigkeit gehen jedoch auseinander.
Katalonien
Die Flagge Kataloniens. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Katalonien will die Unabhängigkeit und Abspaltung der Region von Spanien.
  • Die Zentralregierung will höchstens mehr Autonomie zugestehen.
  • Für heute Samstag um 17.14 Uhr ist eine Grosskundgebung geplant.

Wenige Tage vor Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung haben Sprecher der Separatisten heute Samstag Selbstbestimmung verlangt. Sie wollen die Unabhängigkeit und Abspaltung ihrer Region von Spanien. Die Zentralregierung will höchstens mehr Autonomie zugestehen.

Die Präsidentin der separatistischen Bürgerbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC), Elisenda Paluzie, rief am katalanischen Nationalfeiertag, der sogenannten Diada, alle Separatisten zur Einigkeit auf.

Separatisten zerstritten

Diese sind über den Weg zur Unabhängigkeit zerstritten: Einige wollen den Zentralstaat bewegen, einem Referendum zuzustimmen; andere halten dies für aussichtslos.

Die Diada (Feiertag) wird jedes Jahr am 11. September begangen. Eher ungewöhnlich wird dabei eine Niederlage gefeiert: An diesem Tag wurde 1714 Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. erobert, nachdem die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg dessen Gegenspieler unterstützt hatten. Katalonien verlor damit seine Selbstverwaltung. Zum Höhepunkt der Diada in Barcelona war wie jedes Jahr eine Grosskundgebung geplant – mit Beginn um 17.14 Uhr.

Eine Volksabstimmung über die Abtrennung vom Königreich Spanien ist nach der spanischen Verfassung nicht zulässig. Am 1. Oktober 2017 hatten die Separatisten dennoch eigenmächtig ein Referendum organisiert.

Katalonien
Demonstranten vor der Wahl in Katalonien im Jahr 2017. - dpa

In der Folge wurde Katalonien zeitweise unter direkte Verwaltung der Zentrale gestellt. Der damalige Regionalregierungschef Carles Puigdemont und einige Mitstreiter flohen ins Ausland. Andere Separatisten wurden zu langer Haft verurteilt, im Juni allerdings begnadigt.

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