Eineinhalb Jahre lang lagen die Gespräche zwischen der spanischen Zentralregierung und der Regierung Kataloniens auf Eis. Nun wurden sie wieder aufgenommen.
pere aragonès
Der Unabhängigkeitsbefürworter der linken Partei ERC, Pere Aragonès, ist Regierungschef der spanischen Konfliktregion Katalonien. Foto: David Zorrakino/EUROPA PRESS/dpa - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gespräche im Katalonien-Unabhängigkeitskonflikt waren für 1,5 Jahre unterbrochen.
  • Nun sind sie wieder aufgenommen worden.
  • Pere Aragonès empfing zum Auftakt den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

Die spanische Zentralregierung und die separatistische Regierung Kataloniens haben die Gespräche zur Beilegung des Unabhängigkeitskonflikts offiziell wieder aufgenommen. Dies nach eineinhalbjähriger Unterbrechung. Zum Auftakt empfing der katalanische Regionalpräsident Pere Aragonès am Mittwoch den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez im Regierungspalast in Barcelona. Anschliessend wollten beide im Beisein mehrerer Minister zunächst den «Fahrplan» für die Gespräche der nächsten Monate erörtern.

Vor dem Treffen hatte Aragonès erneut bekräftigt: Er werde an der Forderung nach Selbstbestimmung für die gut 7,5 Millionen Bewohner Kataloniens festhalten.

pedro sánchez
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. - Keystone

Die Zentralregierung lehnt diese Forderung allerdings strikt ab. Erst am Samstag hatten Zehntausende in Barcelona für die Unabhängigkeit der Region demonstriert. Nach Angaben der separatistischen Bürgerbewegung ANC waren anlässlich des katalanischen Nationalfeiertags rund 400'000 Menschen auf den Strassen. Die Polizei schätzte die Zahl hingegen nur auf 108'000.

Neun Separatistenführer trotz Kritik begnadigt

Die linke Zentralregierung will den Konflikt per Dialog beilegen. Im Juni hatte sie ungeachtet aller Kritik der konservativen Opposition neun inhaftierte Separatistenführer begnadigt. Die Massnahme sei nötig, «um die Eintracht und das Zusammenleben wiederherzustellen», sagte Sánchez damals.

Die Separatisten waren 2019 im Zusammenhang mit dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt worden. Dies unter anderem wegen Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Barcelona
Die katalanischen Separatisten möchten sich bereits seit längerer Zeit von Spanien und dem König lösen. (Archiv) - dpa

Katalonien war von der damaligen konservativen Zentralregierung von Mariano Rajoy unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Dies nach dem Referendum vom 1. Oktober 2017 und einem anschliessenden Beschluss zur Abspaltung von Spanien.

Der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont entzog sich dem Zugriff der spanischen Justiz. Dies, indem er sich in einem Geländewagen versteckt rechtzeitig nach Frankreich absetzte und von dort aus nach Belgien floh.

Mehr zum Thema:

Carles Puigdemont Opposition Regierung