Katalanische Separatistenführer wegen Aufruhrs verurteilt

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    Neun der zwölf angeklagten katalanischen Separatistenführer wurden am Montag wegen Aufruhrs schuldig gesprochen. Nun könnten wieder Unruhen drohen.

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    Katalanen demonstrieren für ihre Unabhängigkeit. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Neun der zwölf Separatistenführer wurden am Montag wegen Aufruhrs schuldig gesprochen.
    • Die drei weiteren Angeklagte wurden lediglich wegen Ungehorsam verurteilt.
    • Beim Prozess ging es um die Rolle der Angeklagten beim Unabhängigkeitsreferendum von 2017.

    Im historischen Prozess gegen die katalanischen Separatistenführer hat das Oberste Gericht in Madrid neun der Angeklagten am Montag des Aufruhrs für schuldig gesprochen.

    Von einer Verurteilung wegen des von der Staatsanwaltschaft eingebrachten Vorwurfs der Rebellion, der mit Gefängnisstrafen von bis zu 25 Jahren geahndet wird, sahen die Richter ab.

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    Carles Puigdemont floh ins Ausland. - Keystone

    Die Angeklagten wurden zu langjährigen Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt. Zudem seien einige von ihnen der Veruntreuung öffentlicher Gelder schuldig, hiess es. Drei weitere angeklagte Ex-Politiker wurden des Ungehorsams schuldig gesprochen.

    Bereits seit zwei Jahren in U-Haft

    Bei dem Verfahren ging es um die Rolle der Separatistenführer bei dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 und einem daraus resultierenden Unabhängigkeitsbeschluss der Regionalregierung in Barcelona. Hauptangeklagter war der frühere stellvertretende Regionalpräsident Oriol Junqueras. Der Grossteil der Angeklagten sitzt bereits seit zwei Jahren in Untersuchungshaft.

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    Katalanen wollen über ihre Unabhängigkeit befinden. - Keystone

    Der Prozess war Mitte Juni nach vier Monaten mit den Schlussplädoyers der Angeklagten zu Ende gegangen. Diese riefen dabei fast ausnahmslos dazu auf, den Dialog zu suchen und eine politische Lösung für den Konflikt in der Region im Nordosten des Landes zu finden.

    Insgesamt wurden in dem Mammutprozess fast 600 Zeugen vernommen, darunter der konservative frühere Ministerpräsident Mariano Rajoy, in dessen Amtszeit das Referendum fiel. Im Herbst 2017 hatte Rajoy die Regionalregierung abgesetzt und Katalonien monatelang unter Zwangsverwaltung gestellt. Der damalige Regionalchef Carles Puigdemont und andere Politiker flohen nach Belgien, um einer Festnahme zu entgehen.

    Proteste befürchtet

    In Katalonien werden nun heftige Proteste von Unabhängigkeitsbefürwortern befürchtet. Diese hatten der Justiz vorgeworfen, ein Exempel statuieren zu wollen, und betrachten die Verurteilten als «politische Gefangene».

    Auch Puigdemonts Nachfolger Quim Torra gibt sich kämpferisch und hat zu einer «massiven Mobilisierung» aufgerufen. Am Flughafen von Barcelona sowie in den Bahnhöfen und Häfen der Region wurde die Zahl der Sicherheitskräfte schon im Vorfeld des Urteils massiv erhöht.

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