Brexit

    Noch kein Durchbruch nach Brexit-Dinner

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    Grossbritannien,

    Die Zitterpartie um den Brexit-Handelspakt ist noch nicht zu Ende. Auch ein persönliches Treffen zwischen Johnson und Von der Leyen bringt keinen Erfolg

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    Boris Johnson und Ursula von der Leyen stehen zu Beginn des Treffens für ein Foto zusammen. Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Brexit-Dinner zwischen Johnson und Von der Leyen brachte keinen Durchbruch.
    • Trotzdem soll weiter verhandelt werden - es gibt eine letzte Frist bis Sonntagabend.

    Im Streit über den Brexit-Handelspakt geben sich die Europäische Union und Grossbritannien eine letzte Frist bis Sonntagabend. Ein dreistündiges Gespräch von Premier Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwochabend in Brüssel brachte keinen Durchbruch.

    Vielmehr stellten beide Seiten anschliessend weiterhin grosse Differenzen fest. Trotzdem sollen die Verhandlungsteams sofort wieder zusammenkommen und versuchen, die Knackpunkte binnen vier Tagen doch noch zu lösen.

    Post Brexit  trade deal talks
    Der britische Premier Boris Johnson und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - keystone

    Aus britischen Regierungskreisen hiess es, sei immer noch unklar, ob eine Einigung zustande komme. Premierminister Johnson wolle aber nichts unversucht lassen, um Wege zu einem möglichen Deal zu testen. Die EU-Kommission erklärte: «Wir haben ein klares Verständnis der jeweils anderen Position bekommen. Sie bleiben weit auseinander.»

    Drittes Gespräch zwischen Johnson und von der Leyen

    Johnson und von der Leyen hatten sich zu einem Dinner in Brüssel verabredet, um die verbliebenen Streitpunkte bei den Verhandlungen über ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem Ablauf der Brexit-Übergangsphase zu besprechen und möglichst auszuräumen. Das sind die Fischerei, fairer Wettbewerb und die Frage nach der Durchsetzbarkeit der Vereinbarungen.

    Brexit-Handelspakt - Verhandlungen werden fortgesetzt
    Das Handout der Europäischen Kommission zeigt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die mit Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson telefoniert. - dpa

    Es war bereits das dritte Gespräch der beiden, seit EU-Unterhändler Michel Barnier und sein britischer Kollege David Frost am vergangenen Freitag erklärt hatten, mit ihrem Verhandlungsmandat in eine Sackgasse geraten zu sein.

    Nachdem zwei Telefonate nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten, sollte nun die persönliche Begegnung den Verhandlungen einen Schub verleihen.

    Die Zeit drängt

    Die Zeit drängt. An diesem Donnerstag und Freitag treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zu ihrem letzten Gipfel des Jahres. Ein Vertrag müsste bis zum 31. Dezember stehen, denn dann läuft die Brexit-Übergangsphase aus.

    Sollte noch ein Abkommen zustande kommen, müsste es im Europaparlament und im EU-Ministerrat ratifiziert werden. Auch im britischen Parlament wird nach derzeitigem Stand mindestens mit einer Abstimmung über den Handelspakt gerechnet.

    eu-austritt des vereinigten königreichs
    Unternehmen leiden seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. - dpa

    Grossbritannien hatte die EU Ende Januar verlassen, doch bis zum Jahreswechsel bleibt noch alles beim Alten. Verhandelt wird über die Zeit danach. Ohne Vertrag drohen ab 1. Januar Zölle und andere Handelshürden.

    Das könnte zu langen Staus auf der englischen Seite des Ärmelkanals und leeren Regalen in Supermärkten führen, wird befürchtet. Die Wirtschaft rechnet mit schweren Verwerfungen.

    Einigung auf Nordirland-Protokoll

    Einen Fortschritt hatte es am Dienstag immerhin gegeben: Die britische Regierung und die EU-Kommission einigten sich auf die Umsetzung des Nordirland-Protokolls aus dem Brexit-Abkommen. Damit ist die grösste Sorge für den Fall eines No Deals weitgehend ausgeräumt.

    Das Protokoll soll sicherstellen, dass es nicht zu einer harten Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland kommt. Für diesen Fall war mit einem Wiederaufflammen des Konflikts in der ehemaligen Bürgerkriegsregion gerechnet worden.

    Nordirland-Protokoll
    Irland-Nordirland-Grenze: Ein Schild gegen den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union («Brexit») steht an der Autobahn an der Grenze zwischen Irland und Nordirland. - dpa

    London hatte eingewilligt, umstrittene Passagen in einem Gesetzentwurf zu streichen oder zu ändern, die in Brüssel für viel Unmut gesorgt hatten. Das Binnenmarktgesetz sollte nach dem Willen Londons die Bestimmungen des Nordirland-Protokolls aushebeln und damit internationales Recht brechen.

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