Der britische Premier Boris Johnson geriet nach einem Kommentar über die Schliessung vieler Kohleminen durch Ex-Premierministerin Thatcher in die Kritik.
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Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, nimmt an einem Medienbriefing zur Corona-Lage in der Downing Street teil. Foto: Hannah Mckay - dpa

Bei einem Besuch einer Offshore-Windfarm in Schottland hatte Johnson am Donnerstag behauptet, Thatcher habe Grossbritannien durch die Schliessungen der Minen «einen frühen Start» in Richtung Energiewende gegeben und den britischen Kohleausstieg beschleunigt.

Sowohl die Schottische Nationalpartei (SNP) als auch die oppositionelle Labour-Partei reagierten schockiert.

Die rigide Austeritätspolitik Margaret Thatchers, zu der auch die Schliessung der Minen gehörte, hatten etliche Briten in Armut und Verzweiflung getrieben. Der Bergarbeiterstreik Mitte der 80er Jahre war ein heftiger und langer Arbeiterkampf mit Toten und Verletzten, der tiefe Narben in vielen Familien hinterlassen hat.

Die Labour-Abgeordnete Lisa Nandy bezeichnete Johnsons Kommentare als «beschämend» und forderte eine Entschuldigung. Es sei wichtig, dass die «grüne Wende» auch eine «faire Wende» sei, die die Menschen nicht ohne Jobs zurücklasse, wie es unter Thatcher geschehen sei.

Margaret Thatcher - auch als «Eiserne Lady» bekannt - regierte Grossbritannien von 1979 bis 1990 als erste Premierministerin der britischen Geschichte.

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