Italienischer Schriftsteller Roberto Calasso ist tot

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    Italien,

    Italiens Kulturminister bezeichnete ihn als «aussergewöhnlichen Intellektuellen». In seinen Büchern beschäftigte sich Roberto Calasso ausgiebig mit Nietzsche und Baudelaire.

    Der italienische Schriftsteller und Publizist Roberto Calasso ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Foto: Cati Cladera/EFE/EPA/dpa
    Der italienische Schriftsteller und Publizist Roberto Calasso ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Foto: Cati Cladera/EFE/EPA/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der italienische Schriftsteller und Verleger Roberto Calasso ist im Alter von 80 Jahren in Mailand gestorben.

    Das teilte der Suhrkamp-Verlag mit.

    Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge war Calasso seit einiger Zeit krank gewesen. Vor knapp zwei Monaten hatte der in Florenz geborene Essayist und Kulturphilosoph seinen 80. Geburtstag gefeiert.

    Calasso war ausserdem der Geschäftsführer des italienischen Literaturverlags Adelphi Edizioni. Dort war er schon zur Gründung des Verlags als junger Student aufgenommen worden.

    Calasso beschäftigte sich unter anderem in Essays und Büchern mit den Werken anderer Autoren, wie dem französischen Lyriker und Schriftsteller Charles Baudelaire oder dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche. Für seine Nietzsche-Edition erhielt er 1989 den Nietzsche-Preis Premio Internazionale Federico Nietzsche. 2008 bekam er den Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung. Sein damaliger Festvortrag lautete «Baudelaire und der Bilderkult».

    Calassos Bücher und Texte wurden in viele europäische Sprachen übersetzt. In Deutschland erschienen von ihm unter anderem «Der Traum Baudelaires», «Die Glut» oder zuletzt 2019 «Das unnennbare Heute». Adelphi Edizioni veröffentlichte noch kurz vor seinem Tod die Bücher «Bobi» und «Memè Scianca».

    Der Verlag bedankte sich in den sozialen Medien für viele Botschaften der Zuneigung nach der Nachricht von Calassos Tod. «Es gäbe noch viel zu sagen, aber in Momenten wie diesen fehlt die Klarheit dafür, und man bevorzugt die Stille.» Italiens Kulturminister Dario Franceschini sprach vom Verlust einer Säule des italienischen Verlagswesens und bezeichnete Calasso als «aussergewöhnlichen Intellektuellen».

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