Die israelische Regierung hat den Siesdlungsbau im besetzten Westjordanland durchgewunken. Die USA kritisieren das Vorgehen scharf - und auch Deutschland verurteilt Israels Pläne.
Blick auf die israelische Siedlung Givʿat Seev in der Nähe von Jerusalem. Foto: Muammar Awad/XinHua/dpa
Blick auf die israelische Siedlung Givʿat Seev in der Nähe von Jerusalem. Foto: Muammar Awad/XinHua/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz deutlicher Kritik der USA an der Fortsetzung des israelischen Siedlungsbaus im besetzten Westjordanland hat Israel den Bau Tausender Wohneinheiten abschliessend genehmigt.

3130 Wohneinheiten in Siedlungen seien gebilligt worden, bestätigte ein Sprecher der zuständigen Behörde. Am Sonntag solle über die Genehmigung von rund 1000 Wohneinheiten für Palästinenser im Westjordanland beraten werden.

In Washington sei man «zutiefst besorgt»

Das US-Aussenministerium hatte am Dienstag den Siedlungsausbau durch die neue israelische Regierung deutlich kritisiert. Man sei «zutiefst besorgt» angesichts der jüngsten Ankündigungen, sagte Aussenamtssprecher Ned Price in Washington. «Wir lehnen die Ausweitung von Siedlungen entschieden ab.» Dies laufe den Bemühungen entgegen, Spannungen abzubauen, und beeinträchtige die Aussicht auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Auch der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell äusserte in einer Mitteilung am Mittwochabend Sorgen mit Blick auf die aktuelle Situation.

Deutschland verurteilt Israels Pläne

Auch Deutschland kritisierte gemeinsam mit elf weiteren europäischen Ländern den geplanten Siedlungsausbau. «Wir sprechen uns erneut nachdrücklich gegen die israelische Politik des Siedlungsausbaus in den besetzten palästinensischen Gebieten aus; sie verletzt geltendes Völkerrecht und untergräbt die Bemühungen um eine Zweistaatenlösung», hiess es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Die zwölf Staaten forderten Israel dazu auf, den Beschluss zurückzunehmen. «Wir rufen beide Seiten dazu auf, auf den Schritten aufzubauen, die in den letzten Monaten zur Verbesserung der Zusammenarbeit und zur Minderung von Spannungen unternommen wurden», hiess es weiter.

Ein Sprecher des israelischen Wohnungsbauministers Seew Elkin hatte am Sonntag mitgeteilt, es seien Ausschreibungen für die Vermarktung von mehr als 1300 Wohnungen veröffentlicht worden. Darunter seien unter anderem 729 Wohnungen in der Siedlerstadt Ariel und 346 in der Siedlung Beit El.

UN: Siedlungen sind Verletzung des internationalen Rechts

Israel hatte während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Rund 600.000 Israelis leben dort heute in mehr als 200 Siedlungen. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete diese Siedlungen 2016 als Verletzung des internationalen Rechts und forderte Israel auf, alle Siedlungsaktivitäten zu stoppen. Die Palästinenser wollen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ost-Jerusalem einen eigenen Staat errichten. Die neue israelische Regierung unter Naftali Bennett war Mitte Juni vereidigt worden.

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