Laut einer OECD-Studie machen sich Personen in Industrieländern grosse Sorgen um die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.
Armut
2019 waren 8,7 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung arm - so viele wie seit Jahren nicht mehr. (Symbolbild) - sda - Keystone/GEORGIOS KEFALAS

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kluft zwischen Arm und Reich wird nachweislich immer grösser.
  • Eine OECD-Studie zeigt, dass dies den Personen in Industrieländern Sorgen bereitet.

Eine Mehrheit der Menschen in den Industriestaaten macht sich laut einer OECD-Studie Sorge über wirtschaftliche und soziale Ungleichheit. Deutschland und Österreich gehören zu den Ländern, in denen es viele Menschen für sehr schwer halten, aus der Armut auszubrechen.

Befragte in Deutschland gehen davon aus, dass vom ärmsten Teil der Bevölkerung auch die Kinder mehrheitlich in Armut leben werden. Für die Studie wertete die OECD über verschiedene Jahre erhobene Daten aus teils länderübergreifenden Untersuchungen aus.

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Zahl der Wohnungslosen in NRW wächst weiter – ARCHIV - 08.05.2013, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Mann schläft auf einer Bank in einem Park. Die Zahl der Wohnungslosen ist in Nordrhein-Westfalen erneut stark gestiegen. Zum Stichtag 30. Juni 2017 waren in NRW rund 32 300 Personen wohnungslos gemeldet. Das sind beinahe 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (zu dpa: "Zahl der Wohnungslosen in NRW wächst weiter - angespannte Lage") Foto: Martin Gerten/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

71 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, dass Steuern und Sozialleistungen die Einkommenskluft zwischen Arm und Reich verringern. In Deutschland meinen dies 65 Prozent der Befragten.

Deutschland will kleinere Kluft

Zwischen den Ländern gibt es grosse Unterschiede bezüglich der Rolle, die die Regierung bei der Verringerung von Ungleichheit spielen sollte. So glaubt in Polen jeder Vierte, dass Armut vor allem eine Folge mangelnder Anstrengung ist. Sie habe weniger mit Ungerechtigkeit oder Pech zu tun hat. In Deutschland waren nur vier Prozent der Befragten dieser Ansicht.

In Deutschland glaubt die Hälfte der Menschen, dass die unteren Einkommen zu niedrig und die oberen zu hoch sind. Die Menschen sind sich jedoch uneinig, ob die Spitzeneinkommen zu hoch oder die unteren Einkommen zu niedrig sind.

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