49'000 Migranten haben spanische Grenze nach Ceuta überquert

Keystone-SDA
Keystone-SDA, Elena Hatebur

Spanien,

Tausende Migranten haben die Grenze der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta überquert. Die Aufnahmeeinrichtungen sind völlig überlastet.

Migranten
Zahlreiche Migranten haben die Grenze nach Ceuta überquert. - keystone

Innert weniger Tage sollen Zehntausende Migranten die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht haben. Unter den Ankömmlingen befinden sich zahlreiche Minderjährige und Kinder, die Mehrheit der Migranten ist gemäss Behörden-Angaben schwimmend nach Ceuta gelangt.

Ceuta
Ceuta liegt in Nordafrika, gehört aber zu Spanien. Sie liegt direkt am Mittelmeer und ist von Marokko umgeben. Um den Grenzzaun zu umgehen, schwammen die Migranten nun übers Meer. - Google Maps

Für das Gebiet, das nur knapp 85’000 Einwohner zählt, ist der Ansturm gigantisch. Die dortigen Behörden wurden wegen der Überlastung in Alarmbereitschaft versetzt.

Im Nau.ch-Liveticker halten wir dich auf dem Laufenden:

Von Soldaten begleitet: Hunderte reisen zurück nach Marokko

Wie die spanische Zeitung «El País» berichtet, hätten am Freitag Hunderte Migranten Die Rückreise nach Marokko angetreten. Die Personen waren zuvor irregulär in die spanische Exklave gelangt.

Rückreise
Hunderte hätten am Freitag die Rückreise nach Marokko angetreten, wie eine spanische Zeitung berichtet. - keystone

Soldaten hätten die Migranten begleitet, schreibt die Zeitung.

Spanische Regierung kündigt Zurückweisungen an

Die spanische Regierung hat angekündigt, die marokkanischen Migranten zurückweisen zu wollen.

Territorialminister Ángel Víctor Torres erklärte gegenüber dem Radiosender «La Radio Canaria», Spanien werde die mit Marokko geschlossenen Migrationsabkommen anwenden. «Es wird sichergestellt, dass diese Personen im Rahmen der geltenden Verfahren in ihr Herkunftsland zurückkehren», sagte er.

Torres
Ángel Víctor Torres, Minister für Territorialpolitik und demokratisches Gedächtnis von Spanien. - Spanische Regierung

Torres betonte, dass bei den Rückführungen jeder Fall einzeln geprüft werde. Dabei werde insbesondere zwischen Erwachsenen und Minderjährigen unterschieden. Die Grundrechte der Betroffenen würden dabei gewahrt.

Frankreich verschärft Grenzkontrollen zu Spanien

Der französische Innenminister Laurent Nuñez hat angekündigt, die Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verstärken.

Schnelleinsatz-Grenzschutztruppe würden für gründliche Kontrollen aktiviert.

Meloni will Spanien aus Schengen-Raum werfen

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf der Plattform X, Italien werde «nicht tatenlos zusehen».

Meloni
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwägt die Aussetzung des Schengen-Abkommens für Spanien. - keystone

Man wolle die zuständigen Gremien einberufen und in der Folge möglicherweise auch mit aussergewöhnlichen Massnahmen eingreifen, «um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu verteidigen, etwa durch die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien.»

Damit dürften Grenzkontrollen gemeint sein. Details nannte Meloni nicht. Italien und Spanien haben keine gemeinsame Grenze.

49'000 Migranten in letzten 24 Stunden

Laut Angaben des spanischen Innenministeriums sind in den vergangenen 24 Stunden rund 49’000 Migranten nach Ceuta gelangt.

Minderjährige
Unter den Migranten, die derzeit die EU-Aussengrenze erreichen, befinden sich zahlreiche Minderjährige. - keystone

Laut Schätzungen sollen 7000 davon noch minderjährig sein.

Hunderte erreichen zweite spanische Nordafrika-Exklave

Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden.

Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.

Melilla
Hier liegt die zweite spanische Enklave in Nordafrika: Melilla, - Google Maps

In der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Ceuta ist die Lage weiter angespannt. Schätzungen aus Polizeikreisen zufolge könnten innerhalb weniger Tage mehr als 20.000 Menschen aus Nordafrika überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt sein, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Mindestens 16 Menschen seien bereits tot aus dem Wasser geborgen worden.

Melilla
Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden. - keystone

In der Nacht auf Freitag übernachteten in Ceuta hunderte junge Migranten auf den Strassen, wie eine Reporterin der Zeitung «El País» berichtete. Viele von ihnen trügen kaum etwas am Leibe. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen dem Bericht zufolge weiter Hunderte Menschen über die Grenze.

Kommentare

User #2853 (nicht angemeldet)

Laut anderen Medien, brechen sie in die Wohnungen ein und besetzen sie.

User #2052 (nicht angemeldet)

Wieviele davon haben wohl einen anerkannten Asylgrund?

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