Am 23. September wird ein weiterer Teil des Humboldt Forums in Berlin eröffnet. Darin sind umstrittene Gegenstände ausgestellt.
humboldt forum im berliner schloss
Humboldt Forum in Berlin - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Humboldt Forum öffnet das ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst.
  • Der Eröffnung gingen jahrelange Debatten wegen kolonialer Hintergründe voran.

Am Donnerstag nimmt das Berliner Humboldt Forum im Berliner Schloss weitere Öffnungsschritte vor. Erstmals sind auch wegen kolonialer Hintergründe umstrittene Objekte der beteiligten Museen zu sehen. Das ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst öffnen in der zweiten und dritten Etage des Westflügels erste Räume. Hartmut Dorgerloh, Intendant des Zentrums für Kunst, Kultur und Wissenschaft, meint: Die Museen seien von «entscheidender Bedeutung für das Gelingen des Gesamtprojekts».

Mit ihren Objekten seien sie zentrale Ausgangs- und Bezugspunkte. Die Ausstellung ermögliche «die erforderlichen Debatten über Kolonialismus und über Rassismus, über Diskriminierung und Machtverhältnisse». Die neuen Präsentationen seien Anlass für Befragung und kritische Überprüfung der eigenen Geschichte.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, nannte die Museen der Stiftung «thematisches Rückgrat» des Humboldt Forums. «Die Debatte um die kolonialen Kontexte dieser Sammlung haben schon auch dazu geführt, dass die Museen ihre Haltung ändern. Nicht nur in Berlin, auch in Deutschland und anderswo», so Parzinger.

«Substanzielle Rückgaben»

Mit Blick auf die Restitutionsdebatte um Objekte aus kolonialen Unrechtszusammenhängen bekräftigte er: Im nächsten Jahr werde es «zu substanziellen Rückgaben kommen». Parzinger sieht darin eine «Chance für das Humboldt Forum», die Sammlungen sollten nicht als Last begriffen werden.

Von den etwa 500'000 Objekten der zuvor im Stadtteil Dahlem präsenten Museen sollen rund 20'000 im Humboldt Forum gezeigt werden. Dazu gehören auch die als koloniales Raubgut geltenden Benin-Bronzen. Diese sollen vermutlich mit dem letzten Öffnungsschritt, von Mitte 2022 an, zu sehen sein.

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Eine Shiva aus Süd-Indien ist im Humboldt Forum ausgestellt. Schätze der Weltkulturen aus Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien sind ab 23. September 2021 in der zweiten und dritten Etage des Humboldt Forums zu sehen. Foto: Jörg Carstensen/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Humboldt Forum kostete 680 Millionen Euro. Es war nach jahrelangen Diskussionen und einigen Verzögerungen im Juli in einem ersten Schritt eröffnet worden. Das rund 40'000 Quadratmeter umfassende Gebäude im Herzen Berlins teilen sich mehrere Organisationen. Die Museen der Stiftung, das Land Berlin, die Humboldt-Universität und die Stiftung Humboldt Forum.

Gezeigt werden Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins. Die historisierende Barockfassade des alten Stadtschlosses wurde aus privaten Spenden finanziert.

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