Hitlergruss: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig
Die deutsche Schlagersängerin Melanie Müller ist rechtskräftig wegen des Zeigens des Hitlergrusses verurteilt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Leipzig auf Anfrage mit.

Die eingelegte Revision sei als unzulässig verworfen worden, weil sie nicht in der vorgegebenen Frist begründet worden sei, hiess es. Die 37-Jährige hatte zuvor schon auf ihrer Instagram-Seite mitgeteilt, sie habe sich nach «sehr reiflicher Überlegung» entschieden, die Revision nicht weiter zu verfolgen.
Das Gericht hatte die frühere RTL-Dschungelkönigin Mitte Januar wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen und Drogenbesitzes in zweiter Instanz verurteilt. Es verhängte eine Gesamtstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro – insgesamt 3.500 Euro (rund 3.220 Franken). Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und zunächst angekündigt, Revision gegen das Urteil vor dem Oberlandesgericht Dresden einlegen zu wollen.
In dem Statement hatte Müller den Verzicht auf die Revision vor allem mit dem Druck, der «in den vergangenen Monaten auf meine Familie und insbesondere auf meine Kinder ausgeübt wurde» begründet. Sie betonte, dass die Entscheidung keine Zustimmung zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen bedeute. Sie bleibe bei ihrer Darstellung der Ereignisse und betonte, dass sie sich von jeglicher extremistischer Ideologie distanziere.
Laut Gericht hatte Müller bei einem Konzert im September 2022 mehrmals den Hitlergruss gezeigt. Die Angeklagte habe sich zum Ende eines Konzertes durch das Publikum hinreissen lassen, mehrfach den rechten Arm nach oben zu strecken, begründete Karen Aust, Vorsitzende am Landgericht Leipzig, die Entscheidung.
In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Leipzig noch eine Strafe von 160 Tagessätzen à 500 Euro (80.000 Euro) verhängt. In zweiter Instanz fiel die Höhe der Tagessätze geringer aus, weil das Landgericht die aktuellen Einkünfte Müllers deutlich geringer einstufte.
Müller hatte in beiden Prozessen die Anklagevorwürfe über ihren Verteidiger zurückgewiesen. Bei der Handbewegung habe es sich um eine anheizende Geste für das Publikum gehandelt, hiess es. Sie habe die Armbewegung schon bei vielen Konzerten gemacht, und zwar zu dem Schlachtruf: «Zicke Zacke, Zicke Zacke, hoi, hoi, hoi». Müller habe keine rechte Gesinnung und sei unpolitisch.










