Nördlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires reissen die Capybara nicht nur Gärten auf, sondern auch gesellschaftliche Gräben.
Capybara
EIn Capybara mit zwei Jungen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nördlich von Buenos Aires sind Hunderte Capybara oder Wasserschweine eingefallen.
  • Nun sind die grossen Nager zum Politikum in der tief gespaltenen Gesellschaft geworden.

In einem exklusiven Wohnviertel nördlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind Hunderte Capybaras eingefallen. Die grossen Nager zerstören Gärten, verursachen Verkehrsunfälle und sollen schon Hunde gebissen haben.

Nordelta, ein geschlossenes Wohnviertel, liegt in den Feuchtgebieten des Paraná-Flusses. Das ist der natürliche Lebensraum der Carpinchos, wie die Tiere in Argentinien genannt werden. Das Capybara ist das grösste heute noch lebende Nagetier und wird bis zu 1,30 Meter lang und 60 Kilogramm schwer.

In der tief gespaltenen argentinischen Gesellschaft sind die Capybaras aus dem Nordelta nun zum Politikum geworden. Der Linken ist die abgeschottete Wohnanlage ohnehin ein Dorn im Auge. In der Invasion der Tiere sehen sie nun einen Rachefeldzug der Natur gegen die begüterten Eindringlinge.

«Das ist die Quittung», sagte Sicherheitsministerin Sabina Frederic zuletzt im Radio. Der populäre soziale Aktivist Juan Grabois schrieb auf Twitter: «An der Seite der Carpinchos - immer bis zum Sieg.»

Capybara hat hier keinen natürlichen Feind

Nach Angaben der Anwohner ist die Population der Wasserschweine zuletzt explodiert. Da sie auf den öffentlichen Grünflächen nicht mehr genug Nahrung finden, würden sie nun auch in die Gärten eindringen.

«Ich finde sie toll. Als ich das erste Mal ein Capybara gesehen habe, war ich sehr froh», sagte Gustavo Iglesias der Zeitung «La Nación». «Das Problem ist, dass sie sich unkontrolliert vermehren, weil sie hier keine natürlichen Feinde haben.»

Capybara
Auf diesem vom Nachbarschaftsverband Nordelta zur Verfügung gestellten Bild beobachtet eine Radfahrerin grasende Capybara In dem exklusiven Wohnviertel nördlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind Hunderte Capybaras eingefallen. Foto: ---/Nachbarschaftsverband Nordelta/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Keystone

Das Umweltamt der Provinz Buenos Aires schätzt die Lage in Nordelta als ernst ein. Nun soll der Nachbarschaftsrat einen Aktionsplan vorlegen. In einer Stellungnahme der Anwohner heisst es: «Wir wollen die Capybaras nicht ausrotten, aber ein Gleichgewicht herstellen, in dem niemand um seine Sicherheit fürchten muss»,

Mehr zum Thema:

Twitter Natur Auge