Wegen ihrer Teilnahme an gewalttätigen Protesten gegen die Polizei in der westenglischen Stadt Bristol im März sind fünf Menschen zu Haftstrafen verurteilt worden. Vier Männer im Alter von 18, je 21 und 46 Jahren müssen für gut drei bis knapp vier Jahre hinter Gitter. Sie wurden am Freitagabend wegen Angriffen auf Polizisten schuldig gesprochen. Eine 25-jährige Frau erhielt eine Haftstrafe von fünf Monaten wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses - sie hatte einem Polizisten vor die Füsse uriniert.
gericht islamismus
Ein Gerichtssaal. (Symbolbild) - dpa

In Bristol hatten im März zahlreiche Menschen gegen ein neues Gesetz protestiert, das der Polizei weitreichende Befugnisse etwa bei Demonstrationen zusichert.

So darf sie friedliche Demonstrationen bereits einschränken, wenn sie etwa wegen Lärms «die Öffentlichkeit einschüchtern» oder «schweres Missbehagen» auslösen. Nach einer friedlichen Kundgebung griff eine Menge eine Polizeistation an.

Die örtliche Polizeichefin Carolyn Belafonte begrüsste die Urteile. «Die anhaltende Gewalt, wie wir sie in dieser Stadt oder gar im Land seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben, hatte absolut nichts mit Protest zu tun», sagte sie. Bisher wurden 75 Menschen festgenommen und davon 29 angeklagt. Mehrere Polizisten waren bei den Ausschreitungen verletzt worden, es entstand hoher Sachschaden.

Mehr zum Thema:

Sachschaden Protest Gesetz Gewalt