Während der griechischen Finanzkrise hatte sich Christian Lindner profiliert. Griechische Medien können sich noch gut an seinen harten Ton erinnern.
FDP-Chef Christian Lindner
Der FDP-Chef Christian Lindner. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Christian Lindner ist der neue deutsche Finanzminister.
  • Während der griechischen Finanzkrise forderte er einen härteren Umgang mit Griechenland.
  • Er wollte sogar einen «Grexit», damit die Eurozone stärker würde.

Mit Argwohn wird in Griechenland die mögliche Besetzung des Finanzministerpostens mit FDP-Parteichef Christian Lindner gesehen. Lindner sei «härter als Wolfgang Schäuble», schrieb die Tageszeitung «Kathimerini» am Mittwoch nach der ersten Pressekonferenz der Ampel-Koalitionäre in Berlin.

Auch der griechische Abgeordnete Dimitris Kairidis äusserte sich gegenüber dem Fernsehsender Skai entsprechend. Er ist Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Athen. Lindner habe sich während der griechischen Finanzkrise profiliert, indem er den damaligen Finanzminister Schäuble kritisierte, zu schwach mit Griechenland umzugehen.

Wird ernsthafte Probleme in Europa schaffen

Christian Lindner sei weniger pro-europäisch und härter in der Haushaltsdisziplin als einst Wolfgang Schäuble. Er werde möglicherweise ernsthafte Probleme in Europa schaffen, indem er Unnachgiebigkeit zeige, analysierte die «Kathimerini».

Allerdings sei der Posten des Finanzministers für die FDP die Voraussetzung für Ampel-Verhandlungen gewesen.

Die Griechen haben Christian Lindner nicht vergessen, dass er sich während der schweren Finanzkrise des Landes für einen «Grexit» aussprach. Also für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ein drittes Hilfspaket solle dem Land verwehrt werden, hatte er 2015 gesagt, ein Euro-Austritt wäre «der kleinere Schaden».

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