Griechenland hofft auf Bewegung im Streit um Kunstschätze
Seit Jahrzehnten streiten sich Griechenland und Grossbritannien um die Rückgabe von Kunstschätzen aus dem British Museum an Athen.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sieht in einer möglichen Annäherung Grossbritanniens an die Europäische Union nun eine Chance, die weltberühmten Parthenon-Skulpturen wieder zu vereinen. «Ja, die Skulpturen des Parthenon werden auch Teil dieser Diskussion sein», sagte Mitsotakis bei einer Konferenz in Athen. Die Frage sei nicht nur für Griechenland, sondern für Europa von Bedeutung.
Der Streit um den Besitz der Skulpturen währt seit Jahrzehnten. Der Parthenon-Tempel («Jungfrauengemach») ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenlands.
Der britische Diplomat Lord Elgin hatte Anfang des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltenen Marmorplatten und -skulpturen des Parthenon-Frieses abbauen und nach England bringen lassen. Dort verkaufte er sie 1816 an das British Museum. Griechenland fordert ihre dauerhafte Wiedervereinigung in Athen. Das British Museum hält an seinem Eigentumsanspruch fest.
Mitsotakis bezog sich auf jüngste Äusserungen des neuen britischen Premierministers Andy Burnham. Dieser hatte Ende September erklärt, der Brexit habe Grossbritannien mehr geschadet als genutzt, und verschiedene Optionen für das künftige Verhältnis zur EU offengelassen – ausdrücklich auch eine Rückkehr in die Union.
Im Kontext der Parthenon-Skulpturen bevorzugt Mitsotakis den Begriff «Wiedervereinigung» gegenüber «Rückgabe». Die in London und Athen aufbewahrten Teile gehörten ursprünglich zu einem einzigen Monument, argumentierte er. Die Skulpturen sollten deshalb als «einzigartiger Fall» behandelt und im Akropolis-Museum wieder zusammengeführt werden.










