Meilen verschiebt 400-Tonnen-Steg im Zürichsee
In Meilen liegt ein Schwimmsteg wegen des Rekordtiefstands auf einem alten Pfahl auf. Nun muss sie mit Kran und Schubschiff versetzt werden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der rekordtiefe Zürichsee-Pegel führt in Meilen zu einem Spezialeinsatz.
- Eine sogenannte Mole, also ein Schwimmsteg, im Hafen Hirschen liegt auf einem alten Dampfschiffpfahl.
- Die Mole wird mit Kran und Schubschiff verschoben, um Hindernisse zu entfernen.
Der rekordtiefe Pegel des Zürichsees sorgt in Meilen ZH für einen ungewöhnlichen Einsatz. Eine Mole – also ein Schwimmsteg – im Hafen Hirschen muss am Dienstag angehoben und vorübergehend verschoben werden.
Die Ursache liegt auf dem Seegrund. Wegen des extrem tiefen Wasserstands ist der Schwimmsteg auf einem alten Pfahl des früheren Dampfschiffstegs aufgelaufen.
«Im Moment lastet die Mole punktuell auf diesem Pfahl», erklärt Alain Chervet, Vorsteher des Tiefbaudepartements Meilen, gegenüber Nau.ch.
Bei starkem Wellengang oder einem Sturm könnte die Konstruktion dadurch beschädigt werden. «Im schlimmsten Fall könnte der Pfahl die Mole durchstossen oder sie könnte im hinteren Teil brechen.»
Drohne entdeckt Hindernis auf Seegrund
Der Zürichsee liegt derzeit bei 405,25 Metern über Meer. Das sind rund 22 Zentimeter weniger als beim bisherigen Niedrigwasserrekord von 1952.
Dass ausgerechnet ein alter Pfahl zum Problem wird, bemerkte die Gemeinde erst mithilfe einer Unterwasserdrohne. «Zuerst dachten wir, es sei ein Stein», sagt Chervet. Dann habe sich gezeigt, dass die Mole auf einem der alten Dampfschiffpfähle aufliegt.
Nun hebt die Kibag den Steg mit einem Kran leicht an. Anschliessend wird er mit einem Schubschiff zur Seite gezogen. So können der störende Pfahl und weitere Hindernisse darunter entfernt werden.
Ein erster Anhebeversuch am Dienstagmorgen verlief laut Chervet erfolgreich. «Ich glaube, wir können die Mole gut auf die Seite stellen und weitere Schäden verhindern. Es wird schneller gehen als erwartet.»
Danach soll die Schwimmmole wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren. Die Montage ist für Mittwoch vorgesehen.
Tiefe Wasserstände legen Fundamente frei
Für Meilen ist der tiefe Wasserstand auch andernorts sichtbar. Fundamente von Ufermauern kommen zum Vorschein, im Hafen liegen teilweise Schiffe auf. «Wir haben einen historisch tiefen Wasserstand. Das kennen wir als Generation noch nicht», sagt Chervet.











