Mit Kundgebungen in zahlreichen Städten Griechenlands haben am Mittwoch Tausende Menschen an den 48. Jahrestag des Studentenaufstandes gegen die einstige griechische Militärdiktatur erinnert. In der Hauptstadt Athen zogen nach Polizeischätzung mehr als 20 000 Menschen durch das Stadtzentrum, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Auch in Thessaloniki und anderen Städten des Landes gingen örtlichen Medienberichten zufolge zahlreiche überwiegend junge Menschen auf die Strassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei mobilisierte aus Furcht vor Ausschreitungen allein in Athen mehr als 5000 Beamte.

Linksradikale Gruppierungen hatten diesen Jahrestag häufig genutzt, um die Polizei anzugreifen - als Zeichen des Widerstandes gegen die Staatsgewalt. In Thessaloniki schleuderten Vermummte mehrere Brandsätze auf die Polizei. Die Beamten setzten Pfefferspray und Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben, wie mehrere griechische Medien berichteten.

Der Studentenaufstand von 1973 gilt in Griechenland als der Höhepunkt des Widerstandes gegen die Obristenjunta (1967-1974). Am 17. November verschanzten sich Studenten im Zentrum Athens und riefen die Bürger zum Aufstand gegen die Diktatur auf. Das Militär griff ein - ein Panzer durchbrach den Eingang der Technischen Universität Athens, der Aufstand wurde niedergeschlagen, es gab Tote und Verletzte. Die Junta der Obristen stürzte acht Monate später im Juli 1974.