Die G7-Staaten investieren einer Studie zufolge im Durchschnitt fast genauso viel Geld in die klimaschädlichen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas wie in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Unter Berufung auf eine Analyse der New Economics Foundation (NEF) berichtete die Umweltorganisation Greenpeace am Samstag, dass die sieben grossen teilnehmenden Industriestaaten nicht einmal zehn Prozent der Summe investieren, die nötig wäre, um den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft entscheidend voranzubringen und die Erderwärmung auf möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.
Teilnehmer von Greenpeace Jugend gehen mit in einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien. Foto: Michael Kappeler/dpa
Teilnehmer von Greenpeace Jugend gehen mit in einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien. Foto: Michael Kappeler/dpa - sda - Keystone/dpa/Michael Kappeler
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris zum Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

«Es kann nicht sein, dass reiche Industriestaaten weiterhin enorme Summen in Energie stecken, die unser aller Lebensgrundlagen zerstören», sagte Greenpeace-Energieexperte Jonas Ott kurz vor dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau von Sonntag bis Dienstag. Wolle man das 1,5-Grad-Ziel noch erreichen, müssten - statt weiterhin fossile Brennstoffe zu fördern - alle Mittel in den Ausbau der erneuerbaren Energien gelenkt werden. Hierzu zählen Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie sowie Biomasse und Erdwärme.

Der Analyse zufolge habe Deutschland zwischen 2015 und 2021 jährlich rund 88 Milliarden Euro für fossile Energieträger unter anderem aus Russland gezahlt. Nur rund 26 Milliarden Euro hingegen seien zwischen 2015 und 2020 jährlich in die Energiewende gesteckt worden. Um die gesetzten Klimaziele einhalten zu können, müsste Deutschland laut Studie jedoch jährlich etwa 119 Milliarden Euro investieren.

Die Lücke zwischen den geplanten und den benötigten Investitionen in den Klimaschutz ist den Untersuchungen zufolge in Ländern wie Kanada, Japan und den USA sogar noch grösser. Um die Klimaziele einhalten zu können, müssten die Vereinigten Staaten ihre jährlichen Investitionen in die Energiewende um ein Vielfaches erhöhen. Demnach müsste jährlich grob 40-mal mehr Geld in erneuerbare Energien fliessen als bisher.

«Die Analyse zeigt ganz klar, dass die grössten Industrienationen ihrer Verantwortung für eine klimagerechte Welt nicht nachkommen», so Ott. Die G7 habe die Aufgabe, ab sofort deutlich mehr in die Erneuerbaren zu investieren und mit ihrem technologischen Know-How die weltweite Energiewende einzuleiten.

Vom 26. bis 28. Juni kommen in Schloss Elmau in Bayern die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) zusammen. Eines der grossen Themen ist dabei der globale Kampf gegen die Erderwärmung. Zu den G7 gehören Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, die USA, Kanada und Japan.

Mehr zum Thema:

Wasserkraft G7-Gipfel Energie Studie Euro Greenpeace