Da hat sich der Räuber die falsche Tankstelle in Köln ausgesucht: Die Angestellte reisst dem Mann die Maschinenpistole weg und verjagt ihn.
Tankstelle Räuber
Der Täter wurde von der Überwachungskamera aufgezeichnet. - Polizei Rhein-Erft-Kreis

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Räuber versuchte in Köln eine Tankstelle mit einer Maschinenpistole auszurauben.
  • Doch die Angestellte riss ihm die Schusswaffe weg und verjagte ihn.
  • Die Polizei fahndet nun nach dem Täter.

Am Mittwochmorgen versuchte ein unbekannter Mann eine Tankstelle an der Kölner Strasse auszurauben. Dabei hat er aber nicht mit der Mitarbeiterin Michelle gerechnet. Denn die 23-Jährige reisst dem Täter kurzerhand die Maschinenpistole weg und verjagt ihn.

Michelle arbeitet seit eineinhalb Jahren an der Raststätte in Frechen nahe Köln. Dabei übernimmt sie die Nachtschicht, denn fürchten tut sie sich nicht. «Man sagt schon, dass ich taff bin. Und ich lass mich nicht unterkriegen, nicht von so etwas», erzählt sie im Interview mit der «Bild».

Gegen fünf Uhr morgens kam der Räuber in die Tankstelle. Er lief zum Tresen und bedrohte die Angestellte mit seiner Schusswaffe. «Ich habe ihn mir zunächst gar nicht genau angeschaut. Das Erste, was ich gesehen habe, war die Waffe in seiner Hand», beschreibt Michelle den Vorfall.

Michelle hat um die Waffe gekämpft

«Dann schrie er mir zu ‹Es ist ein Überfall, mach die Kasse auf!›» Er forderte sie auf, ihm das Geld auszuhändigen. Doch das beeindruckte die junge Frau wenig. «Dann habe ich mir erst Mal die Waffe genommen und mit dem um die Waffe gekämpft.»

Schlussendlich konnte er die Schusswaffe aber wieder an sich reissen, doch er wirkte sichtlich verunsichert. Als sie seinen Forderungen nicht nachkam, ergriff er schliesslich die Flucht. «Im Endeffekt ist er dann gegangen, ganz sauer. Er hat sich umgedreht und noch was hingeschmissen.»

Tankstelle räuber
Der Räuber bedrohte die Angestellte mit einer Schusswaffe. - Polizei Rhein-Erft-Kreis

Für ihr riskantes Verhalten erhielt sie aber auch viel Kritik, was sie einsieht. «Was ich getan habe, war eine Kurzschlussreaktion und im Nachhinein extrem gefährlich», gesteht sie.

«Er hatte Glück, war mein Rottweiler nicht da»

«Aber man hat es ja direkt gesehen, das war so ein riesiges Teil, also das kann nicht echt sein. Auch als ich sie gegriffen habe, das war einfach Plastik», beschreibt sie. «Aber der Räuber hatte Glück, dass mein Rottweiler, den ich normalerweise zur Arbeit mitnehme, in dieser Nacht nicht da war.»

Die Polizei sucht nun nach dem etwa 1,65 Zentimeter grossen Mann, der mit einem leicht slawischen Akzent sprach. «Ich möchte auf jeden Fall wissen, wer das war.» Denn wenn sie ihn bedient hat und nett zu ihm war, würde sie das «schon stören».

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