Haft

    Geiselnahme im Gefängnis: Sieben Jahre Haft für Halle-Attentäter

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Der Attentäter von Halle erhält zusätzlich zu seiner lebenslangen Haftstrafe sieben weitere Jahre wegen Geiselnahme.

    Der Halle-Attentäter während seines Prozesses im Dezember 2020.
    Der Halle-Attentäter während seines Prozesses im Dezember 2020. (Archivbild) - Ronny Hartmann/AFP/POOL/dpa

    Wegen des rassistischen und antisemitischen Anschlags von Halle wurde der Attentäter schon zur Höchststrafe verurteilt. Jetzt hat er eine weitere Strafe bekommen. Der Attentäter von Halle ist wegen Geiselnahme im Gefängnis Burg zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Das entschied das Landgericht Stendal am Dienstag.

    Zudem muss er an mehrere geschädigte Personen Geldzahlungen leisten. Wegen des rassistischen und antisemitischen Anschlags nahe der Synagoge in Halle war der 32-jährige Stephan Balliet bereits 2020 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschliessender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Praktische Auswirkungen wird das neue Urteil daher zunächst nicht haben.

    Gescheiterter Fluchtversuch

    Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt gestanden, am 12. Dezember 2022 mit einer selbst gebastelten Waffe Gefängnisbedienstete als Geiseln genommen zu haben, um in die Freiheit zu gelangen. Der Plan scheiterte. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hatte in dem Prozess eine neunjährige Haftstrafe für den 32-Jährigen gefordert sowie eine anschliessende Sicherungsverwahrung. Der Verteidiger verzichtete in seinem Plädoyer darauf, ein Strafmass zu fordern.

    Die Vorsitzende Richterin Simone Henze-von Staden verwies in der Urteilsbegründung am Dienstag auf ein Gutachten, das zu dem Schluss kam, dass der 32-Jährige ein psychisch schwer gestörter Mensch sei. Er habe sich im Prozess empathielos gezeigt und lediglich grösseres Interesse an den Kameramitschnitten der JVA gehabt, so die Richterin. Balliet hatte versucht, am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Als es ihm nicht gelang, ermordete er nahe der Synagoge zwei Menschen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Magdeburg/Augsburg

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    263 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    St. Gallen
    St. Gallen
    Kaugummi
    12 Interaktionen
    Welt-Neuheit

    MEHR HAFT

    Mabel Matiz
    4 Interaktionen
    Istanbul
    Lausanne
    Ein Hammer im Gerichtssaal.
    Deutschland
    1 Interaktionen
    Osnabrück/Berlin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Wegwerf-Agenten
    2 Interaktionen
    Deutschland
    Bundesnachrichtendienst
    1 Interaktionen
    Mit Russland
    3 Interaktionen
    Berlin
    Oktoberfest 2026
    Rekord