Berlin-Dealer machen Briefkasten-Werbung mit «Probiertütchen»

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Deutschland,

Kokain per Whatsapp, Lieferung bis vor die Haustür: Berlins Drogenhandel wird immer dreister. Jetzt landen sogar «Probiererli» im Briefkasten.

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Berliner Drogendealer verteilen Flyer in Briefkästen – teilweise sogar mit Probiertütchen. (Symbolbild) - Instagram / keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Berlin gilt als Drogenhochburg – jetzt verlagert sich jedoch der Verkaufsweg.
  • Dealer verteilen Flyer mit Telefonnummern und QR-Codes direkt in Berliner Briefkästen.
  • Einige Dealer sollen sogar Probetüten verteilt haben – die Berliner Polizei warnt auf den sozialen Medien.

Berlin kämpft mit einer neuen Dimension des Drogenhandels.

Kokain, Ketamin und Heroin werden nicht mehr nur im Hinterhof oder Park angeboten. Sie kommen auf Bestellung direkt vor die Haustür.

Doch das ist noch lange nicht alles: Sogenannte Kokstaxis werben inzwischen offen mit Flyern in Briefkästen. Darauf stehen Telefonnummern und QR-Codes für eine direkte Bestellung per WhatsApp.

Neu sind die Kokstaxis in Berlin nicht. Statt bei einem Drogendealer im Park werden die Substanzen einfach über das Smartphone bestellt. Kurze Zeit später kommt ein Fahrer und liefert die Drogenbestellung im Auto.

Bisher lief die Kommunikation zwischen Händlern und Käufern jedoch vor allem über Messenger-Dienste wie Telegram ab.

Nun weichen die Dealer auf sichtbarere Kanäle aus darunter Flyer, Aufkleber und Whatsapp-Links. Angst davor erwischt zu werden, haben sie wohl nicht.

Polizei kennt das Phänomen

Der Berliner Polizei ist das dreiste Verhalten der Drogendealer bekannt, wie sie gegenüber dem Münchner «Merkur» bestätigt: «Das Bewerben von Betäubungsmittel-Lieferdiensten ist im gesamten Stadtgebiet, insbesondere aber im Umfeld sogenannter Partymeilen, festzustellen.»

Schon das Verteilen solcher Flyer ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten. Trotzdem tauchen auf den Berliner Strassen seit Monaten immer wieder Aufkleber mit QR-Codes für schnelle Drogenbestellungen auf.

Besonders brisant: Anfang Juli wurden laut «Merkur» sogar kleine Drogenproben zusammen mit Werbematerial in Briefkästen geworfen worden.

Die Berliner Polizei warnt auf ihren Social-Media-Kanälen davor. Sie befürchtet, dass die bunten Verpackungen besonders Kinder ansprechen könnten.

Dass Dealer auf neue Kommunikationskanäle setzen, ist laut Polizei eine logische Entwicklung. «Der illegale Betäubungsmittelhandel orientiert sich massgeblich an der bestehenden Nachfrage. Die Täter bedienen sich dabei der Kommunikationswege, die von der jeweiligen Zielgruppe genutzt werden», erklärt die Behörde gegenüber «Merkur».

Die Werbung schaffe zwar keine neue Nachfrage, erleichtere aber den Erstkontakt zwischen Händlern und Käufern.

Sollte Deutschland härtere Strafen für Drogendelikte einführen?

Die Zahl der erfassten Fälle von illegalem Drogenhandel stieg in Berlin zuletzt um 12,5 Prozent: Von 3110 Fällen im Jahr 2024 auf 3498 im Jahr 2025. Wie viele davon auf Kokstaxis zurückgehen, ist unklar.

Ein zentrales Problem ist die Digitalisierung des Drogenhandels. Messenger-Dienste mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung machen die Kontrolle schwieriger. «Diese technischen Entwicklungen erweitern Reichweiten und entziehen den Handel zunehmend klassischen Kontrollmechanismen», so die Polizei.

Kommentare

User #4423 (nicht angemeldet)

Sehr Gefährlich diese Menschen. Für die die aus dem Verkehr ziehen müssen und wollen!

User #5944 (nicht angemeldet)

Gegen Zürich ist das ein Kinderzirkus.

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