Statt gesetzlicher Sparmassnahmen: «Wirtschaftsweise» Veronika Grimm will Anreize für Haushalte schaffen, sparsam mit Gas umzugehen. Für welche Verbraucher könnte es Prämien geben?
«Wirtschaftsweise» Veronika Grimm will Prämien für Verbraucher, die sparsam mit Gas umgehen.
«Wirtschaftsweise» Veronika Grimm will Prämien für Verbraucher, die sparsam mit Gas umgehen. - Laurin Schmid/Sachverstaendigenrat/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die «Wirtschaftsweise» Veronika Grimm fordert im Zuge der Energiekrise die Einführung von Prämien für Verbraucher, die sparsam mit Gas umgehen.

Angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen «sollte man dringend Prämien ausschreiben für Haushalte, die ihren Gasverbrauch im kommenden Winter drastisch reduzieren», sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der «Rheinischen Post» (Samstag). «Das könnte man durch den Vergleich der Gasrechnungen relativ einfach überprüfen, und die Leute würden sich jetzt schon - entsprechend ihrer Möglichkeiten - auf den Winter vorbereiten können.»

Das Potenzial sei gross, man müsse aber frühzeitig kommunizieren, dass es sich lohne, sagte die Ökonomin. «Bevor man zu gesetzlichen Einsparmassnahmen greift, wie von Wirtschaftsminister Robert Habeck ins Spiel gebracht, sollte man die Potenziale heben, die durch Anreize möglich sind», sagte Grimm. «So verzichten diejenigen Akteure, bei denen es am wenigsten einschneidend ist.» Ohne drastische Energieeinsparungen würden die geringeren Gaslieferungen deutliche wirtschaftliche Spuren in Deutschland hinterlassen.

Zuvor hatte sich auch der Verbraucherexperte Peter Kenning gegenüber dem «Handelsblatt» für Prämien für sparsame Haushalte beim Thema Gas ausgesprochen. Habeck schliesst als Konsequenz aus den gesenkten russischen Gaslieferungen auch gesetzliche Massnahmen nicht aus. Am Donnerstagabend hatte der Grünen-Politiker in den ARD-«Tagesthemen» nicht ausgeschlossen, dass es dabei auch um die Herabsetzung der vorgeschrieben Mindesttemperatur in Wohnungen gehen könnte. Ein Sprecher Habecks nannte am Freitag keine konkreten Massnahmen und sprach von einer Prüfung.

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