Französische Supermarktkette warnt vor versteckten Preiserhöhungen

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Frankreich,

Die Supermarktkette Carrefour warnt Kunden vor Shrinkflationen. Dabei wird das Gewicht eines Produkts gesenkt, der Preise aber bleibt gleich.

Carrefour greift einem Gesetzesentwurf vor, mit dem die französische Regierung die Industrie verpflichten möchte, auf Produkten kenntlich zu machen, wenn sich bei gleicher Packung der Inhalt verringert. (Archivbild)
Carrefour greift einem Gesetzesentwurf vor, mit dem die französische Regierung die Industrie verpflichten möchte, auf Produkten kenntlich zu machen, wenn sich bei gleicher Packung der Inhalt verringert. (Archivbild) - sda - Keystone/EPA/ANDY RAIN

Das Wichtigste in Kürze

  • Die französische Supermarktkette Carrefour geht gegen Shrinkflation vor.
  • Sie warnt mit Stickern vor versteckten Preiserhöhungen der Lieferanten.
  • In Frankreich tritt bald in Gesetz in Kraft, dass das Phänomen verbietet.

Die französische Supermarktkette Carrefour will ab Montag mit Aufklebern auf einer Reihe von Lebensmitteln vor versteckten Preiserhöhungen warnen. Die versteckten Preiserhöhungen lägen zwischen acht und 40 Prozent.

«Shrinkflation, das Gewicht dieses Produktes hat sich verringert, und der Preis unseres Lieferanten ist gestiegen», heisst es auf den Aufklebern, die Carrefour unter anderem auf Packungen mit Kaffee, Chips, Mayonnaise und Eistee anbringen will, wie das Unternehmen mitteilte. «Wir setzen uns dafür ein, den Preis neu zu verhandeln», heisst es auf dem Sticker weiter.

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Eine Filiale von Carrefour in Paris. - keystone

Carrefour greift damit einem Gesetzesentwurf vor, mit dem die französische Regierung die Industrie verpflichten möchte, klar erkennbar auf Produkten kenntlich zu machen, wenn sich bei gleicher Packung der Inhalt verringert.

Frankreich geht mit Gesetz gegen Shrinkflation vor

«Einige Hersteller reduzieren den Inhalt ihrer Produkte bei gleichbleibender Verpackung und erhöhen manchmal sogar die Preise. Das ist skandalös» sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. «Wir werden im Oktober die Verpflichtung gesetzlich verankern, die Reduzierung des Inhalts sichtbar anzuzeigen, wenn die Verpackung die gleiche ist.»

Die Kaufkraft und hohe Preise insbesondere für Lebensmittel treiben die Bevölkerung und die Politik in Frankreich derzeit um. Minister Le Maire hatte von den Konzernen der Lebensmittelbranche mehrfach günstigere Preise und eine Entlastung für die Verbraucher verlangt. Wie der Minister nach Beratungen mit der Branche in der vergangenen Woche ankündigte, sollen die Preise für 5000 Lebensmittelprodukte stabil bleiben oder gesenkt werden.

Le Maire stellte aber auch namentlich einige ausländische Grosskonzerne an den Pranger, die sich nach seiner Einschätzung nicht genügend für verträgliche Preise eingesetzt haben. Auch die von Carrefour benannten Produkte stammen von ausländischen Nahrungsmittelkonzernen.

Kommentare

User #5233 (nicht angemeldet)

Da sollte unser Staat sich auf wehen. Das passiert auch in der Migros. Der Trick ist da nicht Shrinkflation sondern Tiefpreisschilder. Im COOP habe ich Shrinkflation auch schon erlebt. Die kaufen ja auch bei den grossen, internationalen Konzernen ein. Wir lassen unsere Firmen durch Geldgier und Entlassungen schliessen und beugen uns den Machenschaften ausländischer Konzerne, machen uns abhängig sei es in der Pharma, Lebensmitteln etc. Eigentlich wäre schon die Politik gefordert. Nur sind die wegen VR Mandaten oder so nicht interessiert. Das hohe Gehalt ist eben auch da wichtiger. Die Dummen bezahlen im Moment noch. Mit KI könnte sich das alles ändern. Plötzlich werden ganze Heerscharen auf den RAVs sein, denn auch da schläft die Politik noch. Sie können ja nicht mal die Gelder zeitgerecht auszahlen.

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