Brasilien: Eisbildung und Fehlreaktion führten zu Flugabsturz
Ein defektes Enteisungssystem bei schlechten Wetterbedingungen sowie Fehlreaktionen der Piloten waren laut Ermittlern massgebliche Faktoren bei einer Flugkatastrophe mit 62 Toten in Brasilien. Zwei Jahre nach dem Unglück veröffentlichte die Behörde der brasilianischen Luftwaffe für die Untersuchung von Flugunfällen (Cenipa) ihren Abschlussbericht.

Die Maschine der brasilianischen Fluggesellschaft Voepass war am 9. August 2024 im Bundesstaat São Paulo kurz vor dem Ziel in der Kleinstadt Vinhedo abgestürzt. Alle 58 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.
Das Flugzeug sei trotz des nicht funktionsfähigen Enteisungssystems gestartet und habe mit widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen gehabt, heisst es in dem Bericht. «Dieser Zustand führte zu einer übermässigen Eisbildung an kritischen Flugzeugoberflächen, einem erhöhten Luftwiderstand, einer erheblichen Verringerung der Fluggeschwindigkeit sowie zur Auslösung mehrerer Warn- und Vorsichtmeldungen.»
Derweil hätten sich die Piloten im Cockpit über persönliche Themen unterhalten, die ihre Aufmerksamkeit von der Eisüberwachung abgelenkt hätten. Sie hätten die Ernsthaftigkeit der Situation nicht rechtzeitig erkannt und das vorgesehene Verfahren auch nicht befolgt. Zusätzlich stellte die Behörde allgemeine Mängel der Fluggesellschaft im Risikomanagement fest.










