Mafia

    EU-Gelder für die Mafia: Fast 100 Festnahmen auf Sizilien

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Italien,

    Mafia-Bosse sollen sich in Sizilien an EU-Geldern bereichert haben. Rund um Messina (I) wurden nun 94 Verdächtige verhaftet.

    Sizilien Mafia
    In Sizilien kam es zu 100 Verhaftungen im Umfeld der Mafia. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Sizilien wurden fast hundert Verdächtige der Mafia verhaftet.
    • Diese sollen sich an EU-Geldern in Millionenhöhe bereichert haben.
    • Vorgeworfen wird den Verhafteten Betrug, Drogenhandel und Erpressung.

    Mafia-Bosse sollen sich in Sizilien mit Millionen an EU-Geldern bereichert haben. Die Ermittler fassten deshalb 94 Verdächtige in der Gegend um Messina, davon wanderten 48 direkt in Untersuchungshaft.

    Ihnen werde unter anderem Betrug, Drogenhandel und Erpressung vorgeworfen, teilte die Finanzpolizei am Mittwoch mit. Die Bosse sollen in der Region des Nationalparks Nebrodi EU-Fördergelder für die Landwirtschaft für ihre kriminellen Geschäfte benutzt haben. So seien seit 2013 zehn Millionen Euro in die Tasche der Bosse geflossen, heisst es in der Mitteilung.

    150 Unternehmen beschlagnahmt

    In den Blick der Ermittler gerieten auch Unternehmer und Vertreter öffentlicher Behörden. 150 Unternehmen wurden beschlagnahmt. Die Beschuldigten sollen unter anderem vorgegeben haben, Grundstücke für die Agrarwirtschaft zu nutzen, um EU-Subventionen zu bekommen. Dazu sollen sie auch gefälschte Dokumente vorgelegt haben.

    Es hätte vor Ort eine einfache Kontrolle gereicht, um den Betrug mit den «Geistergrundstücken» aufzudecken, berichtete die Zeitung «La Repubblica». Doch es sei entweder nicht kontrolliert worden, oder die, die es hätten tun sollen, seien Komplizen gewesen. Aktiv waren demnach die beiden Clans «Batanesi» und «Bontempo Scavo».

    Die Gegend ist bekannt: Der ehemalige Chef des Nationalparks, Giuseppe Antoci überlebte 2017 einen Anschlag.

    Brüssels Behörden verfolgen «null Toleranz» Politik

    Die EU-Kommission habe die Aktion auf Sizilien verfolgt, sagte der für Landwirtschaft zuständige Sprecher Daniel Rosario. Die Brüsseler Behörde verfolge eine Politik der «null Toleranz», wenn es um die schlechte Verwendung europäische Mittel gehe.

    «Die EU-Kommission nimmt das sehr ernst», fügte Rosario hinzu. Die EU habe klare Regeln zu Verwendung ihrer Mittel in den Mitgliedstaaten. Bei einer missbräuchlichen oder falschen Verwendung gelte: «Wir haben Mechanismen, um diese Geld zurückzuholen.» Schliesslich gehe es um das Geld der Steuerzahler.

    Ndrangheta
    Eine Operation der Polizei gegen die Mafia in Italien. - dpa-infocom GmbH

    Laut Europäischem Rechnungshof seien 2018 «weniger als zwei Prozent» der Agrarmittel falsch verwendet worden, sagte Rosario. Wobei dies nicht nur die bewusst missbräuchliche oder kriminelle Verwendung der Gelder betreffe, sondern auch etwa Fehler in der Verwaltung.

    Mafia-Festnahmen sind in Italien an der Tagesordnung, aber in dieser Grössenordnung nicht ganz so häufig. Bekannt sind vor allem die sizilianische Mafia Cosa Nostra, die kalabrische 'Ndrangheta und die Camorra aus der Gegend Neapel.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Mafia
    1 Interaktionen
    EU-Fördergelder
    Ndrangheta
    9 Interaktionen
    Mafia-Verbindungen

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    325 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Guy Parmelin
    Laut Parmelin
    Thusis GR

    MEHR MAFIA

    10 Interaktionen
    Bellinzona
    Islamisten
    2 Interaktionen
    Bellinzona
    17 Interaktionen
    Wegen Mafia

    MEHR AUS ITALIEN

    Meloni
    Rom
    Venedig
    2 Interaktionen
    Bei Venedig
    x
    28 Interaktionen
    «Fire!»
    3 Interaktionen
    Verona