«Gen-Z-Mafia» lockt Junge in Basel in die Unterwelt
Sie steht der kurdischen Untergrundorganisation PKK nahe und handelt mit Waffen und Drogen: Eine neue Mafia-Gruppierung breitet sich in der Schweiz aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Mafia-Gruppe mit auffallend vielen jungen Mitgliedern etabliert sich neu in der Schweiz.
- Sie agiert vor allem von der Region Basel aus und rekrutiert via Social Media.
- Die Behörden sind alarmiert.
Türkische Gangs wie die Daltons expandieren schon länger nach Europa – und in die Schweiz.
Nun hat sich hierzulande eine neue kurdisch-türkische Mafia-Gruppe etabliert. Sie nennt sich «Tolhildan» – was auf Kurdisch Rache bedeutet. Einige ihrer Mitglieder sollen der kurdischen Untergrundorganisation PKK nahestehen.
Die Tolhildan handeln mit Waffen und Drogen, wie Recherchen von SRF Investigativ zeigen. Seit zwei Jahren soll die Gruppierung in der Schweiz aktiv sein, vor allem in der Region Basel.
Sie rekrutiert via Social Media und zeigt sich dort dementsprechend offen. Man sieht Männer in teuren Autos und mit Pistolen, die auf diese Weise neue junge Mitglieder anziehen wollen.
Sie verlinken dabei Kanäle wie Telegram, auf denen Gewehre und Pistolen verkauft werden.
Mitglieder sind Teenager
Die türkischen Daltons gelten denn auch als Vorbild der Schweizer Gruppierung. Auch dort sind viele Mitglieder Teenager, man nennt sie deshalb die «Gen-Z-Mafia». Verbrechen gibt es «auf Bestellung» und es trifft jene, die kein Schutzgeld bezahlen.
Gemäss der Recherche des Senders arbeitet Tolhildan mit den Daltons zusammen. Letztere werden in Deutschland für Anschläge auf Ladenlokale verantwortlich gemacht.
Die Behörden in der Schweiz sind alarmiert.
Bundeskriminalpolizei-Chef Markus Gisin sagt gegenüber SRF, diese Mafia sei wie andere solche Gruppierungen in der Schutzgelderpressung aktiv.
Ebenso bei illegalen Glücksspielen, Betäubungsmittelhandel, Waffenhandel und was noch bei der organisierten Kriminalität «gang und gäbe sei».
Ein Problem sind laut Gisin Fehden mit Rivalen. «Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist dahingehend gefährdet, da zum Teil die Konflikte im öffentlichen Raum mit Schusswaffen ausgetragen werden.»
Die Gruppierungen gingen aber nicht gegen irgendwelche Personen vor, sondern gezielt gegen ihre eigentlichen Konkurrenten.














