Estlands Regierungschefin: Westen soll Ukraine Offensivwaffen senden
Im russischen Krieg gegen die Ukraine hat die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas den Westen aufgefordert, auch Offensivwaffen an die Ukraine zu senden.

Das Wichtigste in Kürze
- «Estland hat bereits im Januar entschieden, der Ukraine in jederlei Hinsicht zu helfen: humanitär, finanziell, mit Waffen – auch Offensivwaffen.
Jetzt kommt es darauf an, dass (der russische Präsident Wladimir) Putin diesen Krieg unter keinen Umständen gewinnt«, sagte Kallas den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung »Ouest-France« (Freitagsausgaben). »Wir müssen die Ukraine mit allem, was wir haben, unterstützen.« Welche Waffen Kallas im Einzelnen meinte, war unklar.
Auf die Frage, ob auch MiG-29-Kampfjets aus sowjetischer Produktion aus Polen an die Ukraine geliefert werden sollten, antwortete Kallas: «Unbedingt. Ich sehe in Europa den starken Willen, den Ukrainern unter die Arme zu greifen. Das hat sich mit dem 24. Februar total geändert, vor allem in Deutschland.» Die USA hätten die Ukraine bereits vor dem russischen Einmarsch am 24. Februar grosszügig mit Waffen unterstützt. «Die Frage ist natürlich: Mischt sich Amerika direkt in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ein? Das will Präsident Joe Biden offensichtlich nicht», sagte Kallas weiter.
Damit spielte die estnische Regierungschefin auf das umstrittene Angebot der polnischen Regierung vom Dienstag an, MiG-29-Kampfjets mit einem Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland der Ukraine zu überlassen. Die US-Regierung hatte indes mit Überraschung und grosser Skepsis auf den Vorstoss Polens reagiert und diesen umgehend abgelehnt. Russland könne einen solchen Schritt als Eskalation verstehen. Die USA und die Nato könnten so direkt in den Krieg verwickelt werden, hiess es zur Begründung.
Kallas warnte zudem davor, Putins Drohungen zu einer erhöhten Alarmbereitschaft seiner Atomstreitkräfte zu ignorieren. Zwar spiele der russische Präsident «auf der Klaviatur unserer Angst», aber: «Ich würde nicht ausschliessen, dass der Kremlchef unter Umständen auch eine nukleare Option ziehen könnte.»










