ESC zeigt laut Direktor «wie die Welt sein könnte»
Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contest in Wien, zeigt sich in einem Interview nicht weiter beunruhigt davon, dass fünf Sender wegen der Teilnahme Israels den musikalischen Megaevent boykottieren.

Der Eurovision Song Contest (ESC) sei stark genug, um Herausforderungen immer wieder zu überstehen, sagte Marin Green gegenüber dem österreichischen «Standard».
Danach gefragt, wie politisch der ESC sei, meinte der 54-jährige Brite: «Wir sind eine der weltweit grössten Veranstaltungen, deshalb sind wir nie vollkommen unabhängig von dem, was im Rest der Welt passiert. Aber unser Publikum ist klug genug zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen einem teilnehmenden öffentlich-rechtlichen Sender und der jeweiligen Regierung gibt.» Der ESC könne aufzeigen, «wie die Welt sein könnte, nicht, wie sie ist».
Dass dennoch fünf Länder, darunter Spanien als einer der «Big Five», aufgrund der Teilnahme des israelischen Rundfunks KAN nicht an Bord sind, sei deren Entscheidung und diese respektiere er. «Wir hoffen, dass die fünf Sender eines Tages wieder dabei sein werden.»
Überhaupt habe es auch schon in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen Sender ein Jahr oder länger nicht teilgenommen haben. «Das hier wird irgendwann einfach Teil einer langen Geschichte sein», meinte Green.
Zwischenzeitlich stand im Raum, dass Kanada erstmals am Wettbewerb teilnehmen könnte. Dass es letztlich nicht so kam, erklärte Green damit, dass man nicht beim ESC dabei sein könne, ohne vollständiges EBU-Mitglied zu sein. «Kanada überlegt jetzt, die Mitgliedschaft zu beantragen – aber bis dahin gibt es über Eurovision keine Diskussion.»
Australien sei zwar auch kein Vollmitglied, aber habe Eurovision immer «grandios unterstützt und übertragen», ohne selbst daran teilzunehmen. Also habe man sich dazu entschlossen, Australien zum 60. Jubiläum – damals auch in Wien – erstmals einzuladen.










