Erschreckende Bilder nach Brand des Flüchtlingslagers auf Moria

    Chiara Schlenz
    Chiara Schlenz

    Griechenland,

    Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht seit Mittwochnacht in Flammen. Bilder und Videos zeigen das Ausmass der Katastrophe.

    Brand in Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
    Rauch steigt aus Container-Häuser und Zelten im Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäisinsel Lesbos (Luftaufnahme mit einer Drohne). - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit Mittwochnacht wüten heftige Brände im Flüchtlingscamp von Moria.
    • Die Ursache für die Flammen ist noch nicht bekannt.
    • 12'000 Migranten mussten fliehen.

    Seit gestern Nacht wüten heftige Brände im Flüchtlingscamp von Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von Winden mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde.

    Die Brandursache ist noch nicht bekannt, unterschiedliche Theorien kursieren jedoch. Dem Feuer vorausgegangen waren Unruhen unter den Migranten.

    Nun berichten zwei Offiziere der Feuerwehr, dass das Camp fast vollständig zerstört wurde. Das Staatsfernsehen, das mit einer Sondererlaubnis aus dem Lager berichten durfte, zeigte Bilder von verkohlten Containerwohnungen und verbrannten Zelten rund um das Camp.

    Brandursache noch unklar

    Ob die Brände von Migranten oder Inselbewohnern gelegt wurden, bleibt vorerst unklar - die Angaben dazu gingen zunächst auseinander. Nach Ausbruch des Feuers hätten Lagerbewohner die Feuerwehrleute mit Steinen beworfen und versucht, sie an den Löscharbeiten zu hindern, berichtete der Einsatzleiter im Fernsehen.

    Viele der mehr als 12'000 Flüchtlinge und Migranten flohen in die umliegenden Wälder. Andere machten sich auf den Weg zur Inselhauptstadt Mytilini, wie griechische Medien berichteten. Stellenweise sollen sich ihnen Inselbewohner entgegengestellt und ihnen den Weg versperrt haben.

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    Laut der deutschen «Mission Lifeline» wurden auch Strassen nach Mylitini abgesperrt, damit die Migranten die Stadt nicht betreten können.

    Deutschland möchte nicht im Alleingang helfen

    Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) weiss, hat sich der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg, gegen eine nationale Hilfsaktion für die dort lebenden Menschen ausgesprochen.

    Brand in Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
    Ein Feuer verbrennt behelfsmässige Zelte im Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäisinsel Lesbos. Nach Angaben der Feuerwehr wurde das grosse Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos trotz einer COVID-19-Sperre teilweise evakuiert, nachdem am frühen Mittwoch an mehreren Stellen des Geländes Brände ausgebrochen waren. - dpa

    Er meint: «Die neueste Entwicklung auf Lesbos macht deutlich, wie dringend eine europäische Antwort auf die Flüchtlingsentwicklung ist.» Griechenland müsse jetzt jede mögliche Unterstützung erhalten. Dafür sollte sich die Bundesregierung einsetzen.

    Migrant Camp Blaze
    Migranten versammeln sich während des Brandes vor dem Camp. - keystone

    Deutschland alleine soll aber nicht helfen, findet Middelberg. Das würde die falsche Botschaft senden. «Alleingänge Deutschlands wären aber nicht hilfreich, weil sie den Eindruck erwecken könnten, Deutschland werde die Flüchtlinge allein aufnehmen», betonte er.

    Die Chance auf ein gemeinsames europäisches Handeln würde dadurch eher behindert. Die DPA schreibt weiter, dass die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat die Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen aus dem Lager versprochen habe. Sie sei in Kontakt mit dem griechischen Minister und den lokalen Behörden, schrieb die Schwedin am Mittwoch auf Twitter.

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