Vor einem Jahr wurde Alexej Nawalny mutmasslich mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Nun dankt der russische Politiker denen, die ihn gerettet haben.
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Der Kremlgegner Alexej Nawalny sitzt derzeit im Straflager. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny hat sich bei seinen Lebensrettern bedankt.
  • Vor genau einem Jahr wurde der Politiker Opfer eines mutmasslichen Giftanschlages.
  • Derzeit sitzt Nawalny in Russland in einem Straflager.

Ein Jahr nach dem Anschlag auf ihn hat sich der inhaftierte russische Kremlgegner Alexej Nawalny bei seinen Rettern bedankt. «Alles ist gut geworden. Ich bekam eine zweite Chance zu leben und Entscheidungen zu treffen, die ich für richtig und ehrlich halte.» Das hiess es am Freitag auf seinem Instagram-Account.

Zum ersten Jahrestag des Anschlags veröffentlichte der 45-jährige Oppositionelle ein Foto von sich und seiner Frau Julia.

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Alexej Nawalny mit seiner Frau Julia. - Instagram/@navalny

Nawalny war am 20. August 2020 auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau ins Koma gefallen. «Die Piloten landeten schnell das Flugzeug und gaben mir eine Chance zu überleben», schrieb Nawalny.

Er habe wie «ein Gemüse im Beet gelegen», habe sich nicht mehr bewegen können. Labore der Bundeswehr und der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hatten den Kampfstoff Nowitschok nachgewiesen.

Moskau will im Fall Nawalny mehr Beweise

Die Sanitäter, die ihn nach der Landung in der Stadt Omsk in eine Klinik gebracht hatten, hätten professionell gearbeitet. Danach war er zur weiteren Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité geflogen worden.

17 Tage nach dem Attentat sei er aus dem Koma erwacht, erinnerte sich Nawalny. Nun ist er seit Monaten in einem Straflager inhaftiert. «Ich habe überlebt und bin im Gefängnis gelandet!»

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Polizisten vor dem Ambulanzkrankenhaus Nr. 1 in Omsk. Hier wurde Alexej Nawalny behandelt. - dpa

Nawalny macht Putin persönlich für den Anschlag auf ihn verantwortlich. Deutschland und andere westliche Länder haben Russland wiederholt aufgefordert, den Fall aufzuklären. Das lehnt Moskau ab und verlangt Beweise für eine Vergiftung. Die russische Justiz hat die Organisationen des Oppositionspolitikers verboten, ihm droht nun mit einer neuen Anklage eine noch längere Haftzeit.

Am Jahrestag des Anschlags veröffentlichte Nawalny in mehreren westlichen Tageszeitungen einen Gastbeitrag, darunter in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Darin forderte er etwa vom Westen, Sanktionen gegen die Unterstützer von Putin unter den Oligarchen zu verhängen. Der Oppositionelle und sein Team haben immer wieder Korruptionsfälle in der russischen Machtelite aufgedeckt.

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