Durchsichtige Mauer am Brandenburger Tor in Berlin
Undurchdringlich und durchlässig zugleich: Vor dem Brandenburger Tor in Berlin erinnert eine grosse Kunstinstallation an den Mauerbau vor 65 Jahren und die folgende jahrzehntelange Teilung der Stadt.

Auf der Westseite des Wahrzeichens der deutschen Hauptstadt, wo einst die Grenze verlief, ähnelt die 30 Meter lange und etwa drei Meter hohe Metallkonstruktion auf den ersten Blick der einstigen nahezu unüberwindlichen Mauer.
Je nach Standpunkt können Betrachter jedoch durchschauen, die andere Seite teils klar und teils verschwommen sehen und so quasi Trennendes überwinden. Möglich macht das eine feine, an Bienenwaben erinnernde Struktur aus Aluminium, wie der Künstler Hubertus Hamm mitteilte.
Die staatliche Berliner Kulturprojekte GmbH will mit dem Kunstwerk einerseits die Monstrosität der Mauer zeigen, aber auch daran erinnern, dass diese die Stadt letztlich nicht dauerhaft habe spalten können. Es soll Besucher auch dazu anregen, über Verbindendes und Trennendes, über Mauern und Grenzen in der heutigen Zeit nachzudenken, so die Veranstalter.
Neben der Installation können sich Besucher am Brandenburger Tor eine Open-Air-Ausstellung mit historischen Fotografien ansehen. Die Schau «Mauerblicke. Berlin 1961-1990» dokumentiert den Alltag in der geteilten Stadt. Ergänzend sind vor Ort bis Sonntag Führungen und Konzerte geplant.
Zudem werden Auszüge aus Biografien von Todesopfern der Mauer vorgelesen. Am Samstag ist die Installation wegen der Technoparade Rave Planet nicht zugänglich.
Der Bau der Berliner Mauer besiegelte im August 1961 die deutsch-deutsche Teilung. Die SED-Führung der DDR wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik Deutschland stoppen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre lang, ehe es am 9. November 1989 im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR fiel.










